Birkenpollen quälen Allergiker

Zweibrücken. Wer derzeit morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, kennt das Problem: Das Fahrzeug ist regelmäßig bedeckt mit einer dicken Schicht von Blütenstaub. Doch was für Autofahrer allenfalls ein kleines Ärgernis ist, ist für viele eine echte Qual: Laut Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) leiden rund 16 Prozent aller Deutschen unter Heuschnupfen

Zweibrücken. Wer derzeit morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, kennt das Problem: Das Fahrzeug ist regelmäßig bedeckt mit einer dicken Schicht von Blütenstaub. Doch was für Autofahrer allenfalls ein kleines Ärgernis ist, ist für viele eine echte Qual: Laut Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) leiden rund 16 Prozent aller Deutschen unter Heuschnupfen.Besonders die Pollen von Bäumen und Sträuchern haben derzeit Hochkonjunktur. "Es ist im Moment eine sehr schwere Zeit für Allergiker", sagt der Zweibrücker DAAB-Vorsitzende Egon Kirmse. Gerade in der waldreichen Pfalz fliegen die Pollen sämtlicher Bäume durch die Luft. Dazu gehört vor allem im April der besonders aggressive Blütenstaub der Birke.

Auch Helmut Emrich aus Rimschweiler leidet unter Heuschnupfen - und das seit fast 40 Jahren. "Am schlimmsten ist es immer rund um den April", sagt der 45-Jährige. Starkes Augenbrennen und Schnupfen seien die Symptome. "Im Moment geht es noch", sagt Emrich, "die Augen brennen zwar, aber ich brauche noch keine Tabletten." Wenn es schlimmer wird, lässt er sich Medikamente zur Linderung der Symptome verschreiben.

Die einzige Therapieform gegen Pollenallergie, die an der Ursache ansetzt, ist die so genannte Hyposensibilisierung. Dabei wird dem Patienten das entsprechende Pollenallergen in allmählich steigender Dosierung gespritzt. "Wir sehen dabei recht gute Erfolge", sagt der Zweibrücker Kinderarzt Dr. Michael Franck. Allerdings bedeute diese Therapieform auch eine hohe zeitliche Belastung, da sie sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstrecke. Im ersten Monat muss das Allergen jede Woche, danach jeden Monat verabreicht werden. "Der Leidensdruck muss hoch genug sein", sagt Dr. Franck.

Neben der Hyposensibilisierung und der medikamentösen Behandlung bleibt als dritte Möglichkeit, den Pollen aus dem Weg zu gehen. Der DAAB empfiehlt etwa einen Urlaub in der Küstenregion oder im Hochgebirge, wenn die entsprechenden Pollen fliegen. Doch auch für daheimgebliebene Allergiker gibt es Möglichkeiten, den Kontakt mit dem Blütenstaub zu vermeiden (siehe "Auf einen Blick").

daab.de

"Es ist im Moment eine sehr schwere Zeit für Allergiker"

Egon Kirmse, Vorsitzender des Allergie- und Asthmabundes Zweibrücken

Auf einen Blick

Tipps für Allergiker: Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt, die Fenster in ländlichen Gebieten in den frühen Morgenstunden (vier bis sechs Uhr) geschlossen zu halten und stattdessen abends zu lüften. In städtischen Gebieten ist die Pollenkonzentration dagegen morgens zwischen sechs und acht Uhr am geringsten. Weitere Tipps: Für viele Automodelle gibt es Pollenfilter für die Lüftungsanlagen. Außerdem sollten Allergiker täglich staubsaugen, jeden Abend die Haare waschen und Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen. red