Bilder von großer Lebendigkeit

42 Ölgemälde, Zeichnungen, Radierungen und Gouachen von Christoph Brudi zeigt das Mannlichhaus. Deutlich ist in den Arbeiten der Einfluss fremder Kulturen zu erkennen, denen Brudi immer wieder begegnete.

In seiner aktuellen Ausstellung präsentiert der Förderkreis Park-Galerie zur Zeit im Mannlichhaus ausgewählte Arbeiten von Christoph Brudi. 42 Ölgemälde , Zeichnungen , Radierungen und Gouachen vermitteln dabei nicht nur die stilistische Vielfalt des 1938 in München geborenen und heute im württembergischen Roßwag lebenden Künstlers, sondern erlauben zugleich ganz unterschiedliche Annäherungen an das, was er selbst als "figurale Imaginationen" bezeichnet.

In seinen Arbeiten lässt sich Brudi nach eigenen Worten "aus dem, was unsere Vorfahren hinterlassen haben, aus der Faszination der Gegenwart und aus dem was wir noch zu erwarten haben" inspirieren. So sind seine Werke, wie es der Künstler im Gespräch mit dem Merkur beschreibt, als an kein Zeitmaß gebundene "Surrogate von Erzählungen" und "Essenzen von Geschichte" zu verstehen, in denen sich Vertrautes und Sichtbares mit Geheimnisvollem und nur zu Erahnendem zu faszinierenden Bildwelten zwischen antiker Archaik und Moderne vermischt. Hierbei erweist sich das Arbeiten in und mit Farbschichten zum einen als metaphorisches Stilmittel und zum anderen als Teil des Arbeitsprozesses, da Christoph Brudis Werke oftmals parallel entstehen und gleichsam beim Verfertigen heranreifen. Nicht ohne Grund umschreibt er das Entstehen von Bildern als "Verwandlung" und weist auf die Gratwanderung zwischen Werktreue und einem darauf aufbauenden Sich-Weiterentwickeln hin.

Unverkennbar ist auch der Einfluss fremder Kulturen, denen Brudi - er hatte neben seiner Tätigkeit als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart unter anderem Lehraufträge in China, Indien und den USA inne - begegnete.

"Es lohnt sich", betont Kurator Egon Kirmse, "auf die Präzision von Brudis Arbeiten und ihre bemerkenswerte Lebendigkeit zu achten".

Einen besonderen Reiz bezieht die Ausstellung aus dem Umstand, dass der Künstler seine Arbeiten persönlich und individuell auf die Räume bezogen angeordnet hat.

Die Ausstellung läuft bis einschließlich 8. November, mittwochs bis sonntags von 15 bis 18 Uhr im Erdgeschoss des Mannlichhauses, Herzogstraße 8. Der Eintritt ist frei.