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BI Mörsbach: Fast 300 Kilo Staub auf Feld niedergegangen?

BI Mörsbach: Fast 300 Kilo Staub auf Feld niedergegangen?

Die Bürgerinitiative Mörsbach hat anhand des UBZ-Gutachtens errechnet, wie viel Staub auf dem Feld neben der Deponie landete: Demnach könnte es sich um bis zu 300 Kilo handeln.

Nach der Kritik an dem Konditionierungsanlagen-Betreiber Terrag nimmt die Bürgerinitiative Mörsbach (BI) jetzt die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd in die Pflicht. Diese müsse die Geschehnisse rund um den "schwarzen Schnee" von Anfang Februar "umfangreich aufklären" - und zwar flott. BI-Vorsitzender Dennis Nizard hat aus dem Gutachten, das der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) erstellt hatte, errechnet, wie groß die Staubmasse gewesen sein muss, die sich auf dem Acker neben der Konditionierungsanlage abgesetzt hatte. Dafür hat er anhand von Geländeskizzen im Gutachten einen Maßstab errechnet. Nizard schreibt: "Es wurde ein Geländestreifen von mindestens 50 Meter Breite und 150 Meter Länge nachhaltig verschmutzt. In 15 Meter Abstand von der Anlage wurden 70,9 Gramm pro Quadratmeter, in 55 Meter Entfernung noch 7,2 Gramm pro Quadratmeter nachgewiesen." Davon ausgehend, dass die Staubschicht mit jedem Meter weiter weg von der Konditionierungsanlage abnimmt, hat er hat das arithmetische Mittel der Werte berechnet. Für die ersten 55 Meter errechnet er (55 x 50 x 39,05g) einen Wert von 107,38 Kilogramm. Nizard: "Selbst wenn man diese Werte nur auf einen Kernstreifen von 30 Meter Breite bezieht, ergibt sich (55 x 30 x 39,05g) eine Staubmenge von 64,4 Kilogramm allein für zirka ein Fünftel der betroffenen Fläche." Nach Rechenart der BI wären über der ganzen Fläche von 7200 Quadratmeter (150 x 50 x 39,05g) insgesamt bis zu 292,9 Kilo Staub niedergegangen.

In jedem Falle handele es sich nicht um "einige entwichene Partikel", wie Terrag es dargestellt hatte (wir berichteten). Auch sei der "Schwermetallgehalt des Bodens [..] durch die Staubwolke mit Sicherheit erhöht". Gleichgültig, ob ein Staubausstoß in dieser Menge einmalig bei einem Filterwechsel oder im Normalbetrieb über einen längeren Zeitraum erfolgt, ob er mutwillig vertuscht oder gleichgültig hingenommen worden sei: Nur dem Schnee sei es zu verdanken, dass er dieses Mal von Außenstehenden bemerkt werden konnte, so Nizard: "Wenn alles so korrekt war, wie die Firma Terrag dies darstellt und wenn kein Anlass zur Veränderung besteht, dann muss in Zukunft jeder Jogger, Spaziergänger oder Bundeswehrsoldat, der die Straße vor der Deponie passiert, damit rechnen, einer schadstoffhaltigen Staubdusche von etwa 70 Gramm pro Quadratmeter ausgesetzt zu sein."