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Konzert: Bevor die Geige flöten ging

Konzert : Bevor die Geige flöten ging

Das Hermann-Kahlenbach-Ensemble begeistert 200 Besucher im Rosengarten.

Trotz Regens, an die 200 Musikfreunde ließen sich die Freude an einem Rosengarten-Besuch mit musikalischen Delikatessen nicht verdrießen. Und sie erlebten zwei heitere Stunden mit kleinem grünen Kaktus und Isabella aus Kastilien samt ihrer Utensilien und anderen respektlos schnodderigen Texten. Die augenzwinkernden Taktlosigkeiten waren natürlich nicht ernst gemeint, eben ganz im Sinne der Comedian Harmonists, Spaß steht im Vordergrund und zu allen musikalischen Witzeleien kommen herrliche Texte.

„Bevor die Geigen flöten gehen“, lassen die Musiker des Salonorchesters ihre Streichinstrumente eingepackt, denn die empfindlichen Saiten vertragen die Feuchtigkeit nicht, während Querflöte und Klarinette sich in der zweiten Halbzeit des Konzertes hervorwagen und schöne Akzente setzen.

Acht Männer mit ausgesprochen schönen Stimmen traten also an und zogen die Welt der Liebe und der entgleisten Körperformen musikalisch durch den Kakao, mit dabei der Mann am Klavier, Chorleiter Walter Niederländer, der mit leichter Hand die Töne setzt. Moderator Mark Hippchen führt geschmeidig in den Geist der Texte ein: Das Abnehmen zum Beispiel: Lulu nimmt zu, Lili ab und „Paula liegt im Bett und isst Tomaten“, der Figur wegen. Walter Kollo gab dem Werk die urkomische Würze und die Kahlenbacher machten ein Feuerwerk daraus voller Ironie und tiefsinnigem Unsinn. Unter einem stachligen Kaktus hat der Protagonist „sich vergessen“ und ein anderes Mal „dich vergessen“. Ein Konsonant nur, der Welten trennt.

Susanne Mayer, Sopransolistin, singt von der einzigen Liebe, von Träumen mit fast zerbrechlichen Akzenten. Vom schlechten Gewissen, das man hat, wenn man mit einem Diesel unterwegs ist, war auch die Rede. Das Ensemble ist also ganz und gar nicht aus der Zeit, es wollte uns Hörern wohl nur nicht die gute Laune verderben.

Zugaben waren Ehrensache. Humorig, mit einer Bierflasche in der Hand, räumten die Sänger die Bühne. Na, denn mal Prost, meine Herren, und weiter so überschäumend!