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Bevölkerungs-Prognose: Fachkräftemangel in Rheinland-Pfalz befürchtet

Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz : Immer mehr ältere Menschen: Fachkräftemangel befürchtet

Schon bis 2040 befürchtet das Statistische Landesamt einen Fachkräftemangel. Und die Prognose für 2070 ist für ganz Rheinland-Pfalz negativ.

Bei einer anhaltenden Zuwanderung wird die Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz in den kommenden knapp zwei Jahrzehnten weiter wachsen. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Landesamt hervor, die am Dienstag in Mainz vorgestellt wurden. Im Jahr 2040 werden der Projektion zufolge 4,17 Millionen Menschen in dem Bundesland leben, das sind rund 70 000 oder 1,7 Prozent mehr als im Jahr 2020, das als Ausgangspunkt für die Berechnungen genommen wurde. In den darauffolgenden Jahrzehnten bis 2070 wird dann mit einem Rückgang der Bevölkerungszahl in Rheinland-Pfalz auf 4,06 Millionen Menschen gerechnet.

Seit 2011 war die Zahl der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer vor allem wegen der Zuwanderung Schutzsuchender kräftig gestiegen. Von 2016 an wurde nach Angaben des Statistischen Landesamts jedes Jahr ein Höchstwert erreicht. Zwischen 2011 und 2020 wanderten insgesamt knapp 220 000 Menschen mehr ein als aus.

Ohne sie würde die Bevölkerungszahl sinken. Der Behörde zufolge sterben in Rheinland-Pfalz seit 1972 Jahr für Jahr mehr Menschen als geboren werden – mit Ausnahme von 1992. Damit die Bevölkerungszahl weiter steigt, gehen die Statistiker davon aus, dass pro Jahr etwa 15 000 bis 20 000 Menschen mehr zuwandern als wegziehen müssen.

Trotz des erwarteten Zuwachses bis 2040 blieben zentrale Herausforderungen bestehen, erläuterte der Präsident des Statistischen Landesamtes, Marcel Hürter. So werde die Gesellschaft im Schnitt immer älter, was sich insbesondere auf die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter auswirken werde.

Die Vorausberechnung geht davon aus, dass die Zahl der Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzer über 65 bis zum Jahr 2040 um gut ein Viertel oder 250 000 Menschen steigen wird. Im selben Zeitraum sinkt die Zahl der Menschen im Alter zwischen 20 und 65 um 8,5 Prozent oder 200 000 Personen. Dies kann Probleme mit sich bringen und etwa den Fachkräftemangel weiter verschärfen, warnt das Statistische Landesamt.

Städtische und ländliche Gebiete sind von der Bevölkerungsentwicklung zudem ungleich betroffen. Zwei Drittel der derzeit 36 Kreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz können laut Statischem Landesamt bis 2040 von einem Bevölkerungsplus ausgehen. Im übrigen Drittel wird dagegen die Einwohnerzahl sinken.

Profitieren werden vor allem die kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz, in den rund eine Million Menschen leben. Sie können nach der Vorausberechnung bis 2040 zusammengenommen mit zusätzlich 31 200 Einwohnern rechnen (plus 2,9 Prozent). Am stärksten wird das Wachstum in Ludwigshafen (plus 7 Prozent) und in der Landeshauptstadt Mainz (plus 5,7 Prozent) sein. Für die Landkreise wird mit einem Anstieg der Bevölkerungszahl um insgesamt rund 38 500 Menschen oder 1,3 Prozent gerechnet.

Regional fällt die Entwicklung aber sehr unterschiedlich aus. Vor allem für Teile der Pfalz wird ein deutlicher Rückgang der Einwohnerzahlen vorhergesagt. Pirmasens wird demnach in den nächsten knapp zwei Jahrzehnten rund 5,6 Prozent der Bevölkerung verlieren, Zweibrücken 2,7 Prozent. Auch in den Landkreisen Südwestpfalz (minus 5 Prozent) und Kusel (minus 4,2) werden im Jahr 2040 weniger Menschen leben. Auch in weiteren, noch stärker ländlich geprägten Kreise wie Birkenfeld oder Vulkaneifel sinkt die Zahl der Einwohner.

Für das Jahr 2040 gehen die Statistiker von einer weiter steigenden Lebenserwartung aus: für Frauen von derzeit etwa 83 auf 85 Jahre, bei Männern von 79 auf 82 Jahre.