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Bevölkerung wird weniger und älter

Bevölkerung wird weniger und älter

Wie ist die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land beim Thema demografischer Wandel aufgestellt? Um diese Frage zu klären, hat sie sich jetzt einem so genannten Demografie-Check unterzogen.

"Im Kreis sind wir zwar die demografiefesteste Verbandsgemeinde", sagte Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD ). "Aber darauf dürfen wir uns nicht ausruhen. Wir müssen an dem Thema dranbleiben." Deshalb unterzog sich die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land auch einem so genannten Demografie-Check. Dessen Ergebnisse und Folgerungen erläuterte Anne-Marie Klipert von Beratungsbüro Entra in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates.

Nach den Prognosen das statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz in Bad Ems wird die Bevölkerung in der Verbandsgemeinde von derzeit rund 16 300 auf 15 200 im Jahr 2030 zurückgehen. Vor allem bei den unter 20-Jährigen. Der Anteil der über 60-Jährigen steigt auf ein Drittel der Bevölkerung.

Bei dem Demografie-Check wurden zunächst die Stärken wie das aktive Vereinsleben, die Bildung oder der Freizeitwert ausgemacht. Als Schwächen wurden die Arbeitsplätze, der öffentliche Personennahverkehr, die Daseinsvorsorge oder der Wohnraum aufgelistet. Die Verwaltung zeige sowohl Stärken (Nähe zur Bevölkerung) als auch Schwächen (Altersstruktur). Daraus erarbeitete Handlungsfelder für die Bereiche wie Daseinsvorsorge, Wirtschaft, Bauen, Verwaltung oder Motivation zum Ehrenamt. Ziel müsse es sein, dass die Verbandsgemeinde "einen Fahrplan entwickelt, um die Herausforderung selbst anzugehen", sagte Anne-Marie Klipert.

Aus den Handlungsfeldern ergeben sich Projekte, die kurz-, mittel- oder langfristig angegangen werden können. Zum Beispiel Austausch von Jung und Alt, die medizinische Versorgung auf dem Land, die Unterstützung von klein- und mittelständischen Betrieben, ein Leerstandskataster, die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Zweibrücken . "Die Verbandsgemeinde muss die Projekte priorisieren und einen Arbeitsplan erstellen", erläuterte Klipert. Eine Arbeitsgruppe aus dem Rat soll dazu erstellt und ein Koordinator eingestellt werden.

Im späteren Verlauf der Sitzung beantragte die CDU , eine Stelle zu schaffen, die die ehrenamtlich tätigen Menschen bei der Flüchtlingshilfe unterstützt. "Die Zeit drängt", begründete Klaus-Martin Weber den Antrag. Derzeit sind rund 120 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land untergebracht. Bis Jahresende können es laut Bürgermeister Gundacker doppelt so viel werden. Wolfgang Rapp (SPD ) möchte die Stelle eines Koordinators für die Demografie mit der Stelle zur Unterstützung der Flüchtlingshilfe verknüpfen. "Das ist die gleiche Aufgabe." Der Beigeordnete Klaus Freiler (CDU ) sagte, es sei "eine vornehme Eigenschaft, Menschen in Not zu helfen". Deshalb sei er stolz auf die vielen ehrenamtlich Tätigen in der Region.