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Besorgnis im Stadtrat über Festhallen-Defizit

Besorgnis im Stadtrat über Festhallen-Defizit

Zweibrücken. Der Stadtrat hat den Jahresabschluss 2009 der Festhalle Zweibrücken gestern Abend zwar einstimmig gebilligt. Walter Rimbrecht (SPD) und teilweise auch Walter Hitschler (FDP) zeigten sich aber beunruhigt. Nicht, weil die Festhalle rote Zahlen schreibt - damit habe man ja schon vor der Generalsanierung und neuen Betriebskonstruktion gerechnet

Zweibrücken. Der Stadtrat hat den Jahresabschluss 2009 der Festhalle Zweibrücken gestern Abend zwar einstimmig gebilligt. Walter Rimbrecht (SPD) und teilweise auch Walter Hitschler (FDP) zeigten sich aber beunruhigt. Nicht, weil die Festhalle rote Zahlen schreibt - damit habe man ja schon vor der Generalsanierung und neuen Betriebskonstruktion gerechnet. Doch die Details des Defizits gäben dann doch Anlass zum Nachdenken. "Die Perspektive ist nicht erfreulich", sagte Rimbrecht. Denn wenn es so weiter gehe, werde das Eigenkapital, mit dem die Festhalle ausgestattet worden sei, in einigen Jahren aufgezehrt sein. Bei einer Bilanzsumme von 14,2 Millionen Euro schließt das Wirtschaftsjahr 2009 der Festhalle mit einem Jahresverlust von rund 741 000 Euro, als kassenwirksame Verluste ausgeglichen werden 2010 aber nur 195 000 Euro für das Wirtschaftsjahr 2008 und 311 000 Euro für 2009. Um das Eigenkapital nicht immer weiter aufzubrauchen, forderte Rimbrecht: "Wir müssen eine Perspektive suchen, die Einnahmen zu steigern." Die derzeitige Jahreseinnahmen von 65 000 Euro sei "relativ gering". Wichtig sei, auch das Umfeld der Halle so zu gestalten, dass sie "kongressfähig" werde, spielte Rimbrecht offenbar vor allem auf das bislang fehlende Hotel (wir berichteten) an. "Und auch kleinere Einnahmen sind Einnahmen", warb Rimbrecht für Gebühren, die mehr Vereinen die Nutzung der Festhalle ermöglichten. "Etwas blauäugig" nannte Rimbrecht, dass Oberbürgermeister Helmut Reichling im Vorwort des Geschäftsberichts von einer Verdoppelung der Veranstaltungszahlen in der Festhalle in den kommenden Jahren ausgehe. Walter Hitschler ist zwar nicht überrascht über das Defizit - man müsse nur an die hohen Heiz- und Energiekosten denken - "die große Unbekannte in der Rechnung waren aber die erzielbaren Einnahmen". Erfahrungsgemäß brauche eine solche Einrichtung zwar "zwei bis vier Jahre, um sich zu etablieren" - der Stadtrat sei aber "gehalten, ein Auge auf die Beitragsordnung zu werfen". Auch gelte es, "das Preis/Leistungs-Angebot des Pächters auf seine Angemessenheit zu prüfen, die Nutzer und Besucher der Halle waren nicht immer 100 Prozent zufrieden". Für Hitschler "war es auch ein Fehler, keine ständig bewirtschaftete Gastronomie in die Festhalle zu holen: Mit Catering kann man nicht so viele Einnahmen erzielen."

HintergrundDie Festhalle ist heute eine Art Eigenbetrieb unter städtischer Aufsicht, betrieben von Pächter Roland Zadra. Die Stadtwerke hatten sie im März 2006 von der VTZ gekauft. Als Ausgleich hat die Stadt Zweibrücken den Stadtwerken 15 Prozent ihres Anteils an der Gewobau übertragen. lf