„Beschämendes Verhalten“

Grobe Fehlentscheidungen auf dem Rücken der Mitarbeiter wirft die Zweibrücker SPD-Fraktion dem Träger des Evangelischen Krankenhauses vor. Kirchenpräsident Christian Schad müsse nun seine „ganze Kraft für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen“.

Die SPD-Stadtratsfraktion nimmt die Evangelische Kirche der Pfalz in Mithaftung für die Existenzkrise des Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken . Dessen Träger LVIM (Landesverein für Innere Mission in der Pfalz) seien "grobe betriebswirtschaftliche Fehlentscheidungen vorzuwerfen, die jetzt auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgetragen werden", heißt es in einem offenen Brief an Christian Schad: "Als Kirchenpräsident stehen auch Sie in der Verantwortung für das beschämende Verhalten und das untragbare Geschäftsgebaren des LVIM. Wir erwarten künftig einen offenen, ehrlichen und verantwortungsvollen Umgang der Kirche mit den Entscheidungen, die jetzt anstehen." Der LVIM habe sowohl die Bürger als auch die Mitarbeiter "lange Zeit in untragbarer Weise im Unklaren über die Zukunft des Krankenhauses und damit auch ihrer persönlichen Zukunft gelassen" und den Glauben erweckt, "dass man die Sache im Griff habe. Die drohende Schließung zeige: "Das Gegenteil ist der Fall." Dies sei "ein Verhalten, das wir von einem kirchlichen Träger, der christlichen Werten verbunden ist, nicht erwartet haben", so SPD-Fraktionschefin Sabine Wilhelm weiter.

Ein Verhalten, das gerade die engagierten Mitarbeiter nicht verdient hätten, die seit vielen Jahren mit ihrer guten Arbeit "wesentlich zum guten Ruf dieser Einrichtung beigetragen" hätten und nun "zu Recht in großer Sorge um ihren Arbeitsplatz und damit um ihre Existenz" seien.

Die SPD-Fraktion fordert den Kirchenpräsidenten auf, "sich für eine sinnvolle Nutzung des Evangelischen Krankenhauses einzusetzen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um einen seriösen Investor zu finden, und Ihre ganze Kraft für den Erhalt der Arbeitsplätze einzusetzen". Die "gute medizinische Versorgung durch beide Krankenhäuser " sei "ein wertvoller Standortfaktor für unsere Stadt". Eine gute wohnortnahe Versorgung sei gerade angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen wichtig.

Wilhelm hat Schad außerdem 332 Unterschriften geschickt, welche die SPD Zweibrücken seit 13. Februar zum Erhalt der Arbeitsplätze des Evangelischen Krankenhauses gesammelt hatte.