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Berliner Pergamonmuseum wird teilweise ausgelagert

Berliner Pergamonmuseum wird teilweise ausgelagert

Das weltberühmte Pergamonmuseum ist zurzeit eine Baustelle. Trotzdem soll das wichtigste Kunstwerk, der Pergamonaltar, für Besucher weiter erlebbar bleiben. Geplant ist dafür ein neuer Ausstellungsbau.

Mitten im Berliner Stadtzentrum gegenüber der Museumsinsel entsteht ein privat finanzierter, auffälliger Museumsbau. Der golden-anthrazitfarbene Komplex soll ab Frühjahr 2018 Teile der Sammlung des weltberühmten Pergamonmuseums übergangsweise beherbergen. Grund dafür sind die noch bis 2023 andauernden Sanierungsarbeiten des Hauses, wie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz , Hermann Parzinger , gestern in der Bundeshauptstadt ankündigte.

Das Pergamonmuseum ist Teil des Weltkulturerbe-Ensembles auf der Berliner Museumsinsel . Es beherbergt neben dem monumentalen Pergamonaltar aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. aus der kleinasiatischen Stadt Pergamon auch Teile der Antikensammlung sowie das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst.

Bislang zählte das Pergamonmuseum zu den Publikumsmagneten in Berlin . Allein im Jahr 2012, als es noch vollständig offenstand, wurden 1,4 Millionen Besucher gezählt. Derzeit können rund zwei Drittel der Sammlung wegen Sanierungsarbeiten nicht besichtigt werden. Trotzdem wird 2016 mit immerhin 700 000 Besuchern gerechnet.

Die Eröffnung des neuen Interimsbaus "Pergamonmuseum . Das Panorama" solle noch vor Ostern 2018 erfolgen. Geplant sei eine anthrazitfarbene Ausstellungshalle mit einer goldenen Rotunde, erklärte der Geschäftsführer und Architekt des Büros "spreeformat architekten", Sebastian Steffin. Allein der Rundbau werde einen Durchmesser von 35 Metern und eine Höhe von 32 Metern haben. Die gesamte Ausstellungsfläche werde 2000 Quadratmeter betragen.

Die dann "Pergamon" genannte Ausstellung soll bedeutende Teile des Pergamonaltars präsentieren, sagte der Direktor der Antikensammlung Andreas Scholl. Gezeigt werden unter anderem wichtige Marmorskulpturen, zahlreiche Gipsabgüsse von Altarteilen und Friesen sowie verschiedene 3-D-Animationen. Auch das bereits 2012 gezeigte und dann neu überarbeitete Panorama der antiken Metropole des Künstlers Yadegar Asisi wird Teil der Übergangsausstellung sein. Pergamon solle auch während der Sanierungsarbeiten im öffentlichen Gedächtnis bleiben, begründete Parzinger das Vorhaben. Unter anderem müsse der weltberühmte Pergamonaltar für die Besucher weiter erlebbar gemacht werden.

Der museale Interimsbau sowie das temporäre Ausstellungsprojekt wird ausschließlich über einen privaten Investor finanziert. Die Refinanzierung soll über eine Erhöhung der Eintrittspreise erfolgen. So wird ein Ticket für die Übergangsausstellung und den noch offenstehenden Museumsteil mehr als 19 Euro, ermäßigt über neun Euro kosten. Die Wolff Gruppe Holding GmbH als Privatinvestor rechnet mit Kosten von insgesamt 17 Millionen Euro. Der Interimsbau ermögliche eine "würdige Übergangszeit" für das Pergamonmuseum , betonte Klaus Wolff, Geschäftsführender Gesellschafter der Wolff Gruppe Holding GmbH und der Interimsbau Pergamonmuseum Realisierungsgesellschaft mbH (IPR).