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Benefiz-Konzert für Togo im Zweibrücker Pfarrheim Heilig Kreuz

Zweibrücker Benefiz-Konzert für Togo : Berührender musikalischer Spaziergang

Genussvoll musikalisch promenieren und dabei etwas Gutes tun. Das gönnten sich bei dem zehnten Zweibrücker Benefiz-Konzert für Togo im Pfarrheim Heilig Kreuz rund 60 Musikliebhaber. Ihre Begeisterung für das musikalische Trio drückten sie in großzügigen Geldspenden aus.

Nur zu gerne ließ sich das Publikum unter dem Motto „Aimer La Vie! Aimer La Musique“ (Liebe das Leben! Liebe die Musik!) von den vier Musikern und Pfarrer Wolfgang Emanuel als Moderator klangvoll mitnehmen auf einen heiteren musikalischen Spaziergang durch Europa zu verschiedenen Zeiten und Stimmungen.

Zum Auftakt des Benefiz-Konzerts für Togo entführte das Quartett in dem mit der Landesflagge von Togo geschmückten Saal im Zweibrücker Pfarrheim Heilig Kreuz mit zwei Sätzen aus einer Trio-Sonate des Flötisten, Oboisten, Komponisten, Flötenbauers und Flötenlehrers seiner Majestät Friedrichs des Großen an dessen Hof. Der Musiker begleitete seinen königlichen Schüler, der selbst begeistert Traversflöte spielte und komponierte, wohl sogar auf dessen Feldzügen und Inspektionsreisen, ließ Wolfgang Emanuel wissen.

Mit ihrer Querflöte erzählte die Pirmasenserin Helma Terres die Geschichte des Pan, komponiert von Albert Rossuel. In ganz typischen, kurzen Läufen und akzentuiert hörbaren Sprüngen verfolgte der wilde Hirtengott seine vergebens geliebte Nymphe und erhob ein Jammergeschrei in der Flöte, das Marina Kavtaradze am Piano mit akustisch tropfenden Tränen begleitete. Schwermütig, mit verzögerten Triolen und elegischen Melodieverläufen, schilderte die Oboe von Musikschulleiter Walther Theisohn „Vergessenheit“ in Astor Piazzollas bekanntestem Tango „Oblivion“. Romantisch geleiteten Helma Terres und Walther Theisohn, diesmal mit dem weniger bekannten, dabei klanglich absolut mitreißenden Englischhorn in die impressionistische Landschaft der Provence.

Der Pfarrer lud zu dem lyrischen Zwiegesang ein: „Beobachten sie Schafhirten bei ihren Herden, lauschen sie dem Gesang der Hirten, träumen sie in den nachtblauen Sternenhimmel und tanzen sie ausgelassen auf einem provencalischen Dorffest!“

Virtuos und fröhlich ließ die Pirmasenserin alle Klangfacetten ihrer Querflöte tanzen, von rasanten Läufen in perlendem Allegro, untermalt, umspielt, im Dialog beantwortet vom Englischhorn mit seinem warmen Klang.

Gänsehaut verbreitete Holger Vehling, der seinem Cello tiefe Empfindungen mit der vielen bekannten Melodie aus der Oper „Thais“ von Jules Massenet entlockte. Was viele nicht wussten: Sie schildert die Gedanken und Gefühle einer Prostituierten, die sich für ein Leben als Nonne entscheidet.

Ein Höhepunkt für die jüngsten Zuhörinnen und ihre Mütter war „Der Schwan – Le Cygne“ aus dem „Karneval der Tiere“, der als einziges Stück bereits zu Lebzeiten des Pariser Musikers Camille Saint-Saëns veröffentlicht wurde. „Das kennen wir schon lange und hören es immer wieder mit den Kindern“, beschreibt Melanie Bromand den Wiedererkennungseffekt. „Es war richtig gut, alles“, schwärmte ihre achtjährige Tochter Ella, die selbst Klavier spielen lernt.

Besondere Gänsehaut bekamen ihre neunjährige Freundin Aline Dümmerle und deren Mutter Jennifer Sossom, ebenfalls aus Zweibrücken, beim Zusammenspiel aller vier Instrumente, etwa bei der mitreißenden Gute-Laune-Triosonate e-moll von Georg Philipp Telemann als Zugabe. Selbst die erst vierjährige Mathilde habe sich in den Bann der Musik ziehen lassen und über eine Stunde lang auf ihrem Platz ganz still gesessen und andächtig gelauscht.

Sie war in guter Gesellschaft mit Père Augustin Otchopko, Präsident Fondation „Aimer La Vie“, der gerade auf Europabesuch weilt und gleich eine Delegation des befreundeten Vereins „Novisi“ aus dem Elsass mitgebracht hatte. Nach dem brandenden Applaus dankte er den vier Musikern Helma Terres (Querflöte) als Musikalischer Leiterin des Jubiläums-Benefizkonzertes, Walther Theison (Oboe, Englisch Horn), Holger Vehling (Cello), Marina Kavtaradze (Klavier) sowie Pfarrer Emanuel für ihr langjähriges und ehrenamtliches Engagements für „Aimer La Vie“ sowie all den großzügigen Spendern.

Aufgabe der Stiftung ist es, behinderte Menschen in Togo, um die sich sonst niemand kümmern würde, aufzufangen und ihnen mehr Lebensfreude zu schenken. Bis Sonntagabend waren inklusive den Einnahmen aus dem Konzert 3470 Euro an Spendengeldern zusammengeflossen.

Spenden zugunsten der Fondation „Aimer La Vie“ können mit dem Stichwort „Togo“ überwiesen werden an: Pfarrei Heilige Elisabeth, IBAN: DE42 5425 0010 0098 0192 43, BIC: MALADE51SWP (für eine Spendenquittung bitte Anschrift im Verwendungszweck notieren).

Stiftung „Aimer la Vie“ www.pfarrei-zweibruecken.de/hilfsprojekte/togo/