1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Beirat für Migration und Integration der Stadt Zweibrücken

Integration werde durch gegenwärtige Konzentration erschwert : Zweibrücker Integrationsbeirat fordert: Flüchtlings-Kinder nicht mehr in einer Schule ballen

Die Pestalozzischule tue viel für die Integration von Flüchtlingskindern. Doch sie seien dort zu viel unter sich, sodass auf dem Schulhof zu wenig deutsch gesprochen wird. Deshalb solle man neue Kinder auch auf andere Zweibrücker Grundschulen verteilen.

Der „Beirat für Migration und Integration“ der Stadt Zweibrücken lobt zwar die Integrationsarbeit der Pestalozzischule – ruft aber eindringlich dazu auf, diese Grundschule damit nicht allein zu lassen.

Die stellvertretende Beirats-Vorsitzende Tatjana Medenko sagte in der Sitzung am Dienstagabend: „Im Moment wird alles, was neu kommt, dahin geschickt – die Pestalozzischule ist damit überfordert. Das ist nicht gut für die Integration. Man sollte die Kinder besser verteilen“ und nicht ausschließlich in diese, sondern auch andere Zweibrücker Grundschulen schicken.

Gertrud Schanne-Raab (von den Stadtrats-Günen in den Beirat entsandt) sah das zwar genauso – erinnerte aber daran, dass es zunächst einen guten Grund gehabt habe, nach der großen Zahl der 2015/16 angekommenen Flüchtlinge die Kinder alle in die Pestalozzischule zu schicken: „Nur da gab es Förderung für sie! An anderen Schulen hängtdas von freiwilligen Initiativen von Lehrern ab.“

Medenko verdeutlichte an einem ihr bekannten Beispiel, wie groß der Änderungsbedarf sei: „In einer kurdischen Famillie wird zuhause nur deutsch und kurdisch gesprochen. Doch plötzlich spricht das Kind arabisch“, weil es das auf dem Schulhof gelernt habe. Medenko: „Kinder lernen Deutsch viel schneller, wenn auch deutsch gesprochen wird.“

AfD-Ratsvertreter Klaus Peter Schmidt sagte (Medenko beipflichtend), der jetzige Zustand sei „ein Unding“. Wobei Medenko Schmidts Missverständnis korrigierte, es gehe auch um den Unterricht: „Da wird deutsch gesprochen, es bleibt ihnen ja gar nichts anderes übrig. Aber untereinander auf dem Hof sprechen die arabisch.“

Wenn man weitere (wenn nicht alle, so doch zumindest mehrere) Zweibrücker Schulen für Flüchtlingskinder öffne, müssen man dort natürlich auch dort Deutsch-Kurse und Nachhilfe anbieten, betonte Medenko. Auch der Schulweg würde dadurch erleichtert: „Warum soll man kleine Kinder aus der Schwalbenstraße zu Fuß in die Stadt laufen lassen, wenn die Thomas-Mann-Schule in der Nähe ist?“ Derzeit gebe es für Eltern gar keine Wahlmöglichkeit, die Pestalozzischule werde den Kindern einfach zugewiesen. Das möge früher richtig gewesen sein – doch mittlerweile gingen so viele Flüchtlingskinder dort hin, dass man nun weitere Grundschulen öffnen solle.

Bei ihrem Antrittsbesuch bei Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hätten sie, ihre Stellvertreterin-Kollegin Elke Hilgert und der Migrationsbeiratsvorsitzende Kamiran Mohamad auch dieses Thema angesprochen, berichtete Medenko. Der OB habe eine Prüfung zugesagt. Hilgert ergänzte, man brauche auch dringend mehr Kita-Plätze.

Fertig ist nun das neue Logo des Integrationsbeirats, dass dieser nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres initiiert hatte. Das alte Logo zeigte Hände in verschiedenen Hautfarben vor einer Weltkugel. Das neue Logo symbolisiert noch besser die Integrations-Thematik vor Ort in Zweibrücken: In der Mitte ist das halboffizielle Stadtlogo mit Rose, Ross und zwei Brückenbögen – und die bunten Hände bilden einen Kreis darum herum. Neu ist auch, dass die Hände nun alle einen Daumen nach oben recken.

Im alten Logo des Zweibrücker Integrationsbeirats war das Stadt-Logo noch unauffällig am Rand platziert und nur bei genauem Hinsehen oben rechts zu entdecken. Foto: Stadt Zweibrücken/Migrationsbeirat

Gedruckt wird bald ein neuer Flyer mit allen wichtigen Adressen für Migranten in Zweibrücken.Der Beirat entschied sich für eine Auflage von 1000 Stück.