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Beinahe-Zugunglück in Zweibrücken

Pkw stand nach Rückstau auf Zugstrecke, als sich die Schranken senkten : Auto auf Bahngleisen zwingt Lokführer zu Notbremsung

Geistesgegenwart der Autofahrerin und des Lokomotivführers haben in Niederauerbach ein Zugunglück verhindert. Spielt Ampelschaltung eine Rolle?

Am Bahnübergang unterhalb der Zweibrücker Fasanerie hat es am Dienstag gegen 13.25 Uhr einen dramatischen Zwischenfall gegeben.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, hielt eine 57-jährige Frau mit ihrem Auto auf dem Bahnübergang, da die Ampeln an der Kreuzung Pirmasenser Straße/L 471 gerade auf Rotlicht umgeschaltet hatte und es dadurch zu einem Rückstau kam. Kurz darauf schlossen sich die Schranken am Bahnübergang wegen eines herannahenden Personenzugs. Dessen Fahrer erkannte die Gefahr und leitete sofort eine Notbremsung ein, mit der es ihm gelang, den Zug unmittelbar vor dem Bahnübergang zum Stehen zu bringen.

Parallel zur Notbremsung des Zuges hatte die Autofahrerin ihren Pkw über einen Grünstreifen links von der Bahnschranke von den Gleisen heruntergefahren. Sie blieb ebenso wie ihre 78-jährige Mitfahrerin unverletzt. In dem Zug ist es nach ersten Ermittlungen der Polizei durch die Notbremsung ebenfalls nicht zu Personenschäden gekommen. Der Vorfall wurde von der Polizeiinspektion Zweibrücken der zuständigen Dienststelle der Bundespolizei gemeldet, die eine rechtliche Überprüfung vornehmen wird.

Auf der Facebook-Seite des Pfälzischen Merkur kritisieren viele Ortskundige, dass die Ampelschaltung mit eine Rolle bei dem Beinahe-Unfall gespielt haben könne. Seit einiger Zeit nämlich sei die Ampel so geschaltet, dass bei Grün nur noch ein bis drei Autos (Diskussionsteilnehmer nennen unterschiedliche Zahlen) durchkämen. Die Folge seien oft lange Rückstaus.

Am detailliertesten schildert Christine Riedinger die Verkehrssituation: „Im Umkreis dieser Kreuzung ist es momentan wirklich oft brenzlig. Das angekündigte, bisher fehlende Teil, um die Ampel zu reparieren oder zu erneuern, ist scheinbar noch nicht eingebaut. Deshalb ist die Ampelschaltung seit Wochen auf diesem ungünstigen Stand, bei dem, vom Bahnübergang kommend, ein, höchstens zwei Linksabbieger über die Kreuzung kommen. Rückstau also vorprogrammiert.“ Riedinger schreibt weiter: „Erschwerend hinzu kommt, dass am Kiebitzmarkt die letzten Wochen fast permanent die Hölle los ist und damit einhergehend erhöhtes Verkehrsaufkommen. Zusätzlich zu den Lkw von Wolf und Sofsky, die auch noch oft rein und raus müssen. Und wenn sich dann alles mal wieder schön ballt, kommt auch noch der Zug. Ich glaube man könnte Bücher füllen über das Verkehrschaos, das dort seit Wochen herrscht.“

Torsten Lehmann schreibt: Der Fehler liegt ganz klar beim Autofahrer! Jedoch ist die neue Ampelschaltung, wie oben schon erwähnt, neuerdings wirklich viel zu kurz. An dieser Seite und an der anderen Seite aus Richtung Dorndorf. Gerade auch mittags bildet sich dort regelmäßig ein Rückstau. Da war die Schaltung früher besser.“

Katja Paul kommentiert: „Die Ampelschaltung ist doof. Stimmt. Die Zeit ist einfach zu kurz eingestellt. Da kommen grad mal zwei Autos drüber. Aber wenn man die Gleise wegen eines Staus nicht komplett überqueren kann, hält man nicht auf den Gleisen. Dann muss man eben vor der Schranke warten, bis es weiter geht. Man muss immer damit rechnen, dass die Schranke schließt.“

Zu dieser und weiterer Kritik an der am Dienstag zwischen den Schranken gelandeten Autofahrerin gibt Karin Mayer zu bedenken: „Menschen machen Fehler. Klar lernt man es in der Fahrschule ... aber auch wenn man es in der Theorie weiß, ist die Praxis durch Stress, Sorgen ... ganz anders. Gott sei Dank ist es glimpflich abgegangen.“