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Leserbrief: Beim Warten Ulysses lesen

Leserbrief : Beim Warten Ulysses lesen

Zum Artikel: „Lange Schlangen am Wertstoffzentrum“ vom   8. Juni

Als ständiger Nutzer des Wertstoffzentrums habe ich die kreativen Methoden kennen gelernt, mit denen die Leute ihre Wartezeit verkürzen. Zum Beispiel diejenigen, die nur drei Knopfzellen-Batterien und eine Neonröhre abzugeben haben, lassen ihr Fahrzeug stehen, nehmen die Teile in die Hand und spazieren an der Fahrzeugkolonne vorbei.

Andere wiederum parken außerhalb und schultern ihre Kommode, um sie sodann um die Ecke zum Container zu tragen. Nicht alle haben Sperrmüll dabei: Elektroschrott, Grünschnitt, Bauschutt. Aber sie alle müssen warten auf jene, die mit ihrem Sperrmüll die Rampe zu den Containern hochfahren sollen.

Ich für meinen Teil habe überhaupt kein Problem mit den Wartezeiten. Ich wollte schon immer Thomas Manns Buddenbrooks lesen, fand aber nie die Zeit dazu. Noch drei Termine im Wertstoffhof, und ich bin mit der Lektüre durch. Ach übrigens: ich wollte schon immer James Joyces „Ulysses“ lesen – das Werk hat immerhin 730 Seiten. Rudi Freidinger, Homburg