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„Bei Stadtplanung ist Bevölkerung künftig noch mehr gefragt“

„Bei Stadtplanung ist Bevölkerung künftig noch mehr gefragt“

Ein Ministerialdirektor, ein Oberbürgermeister und zwei Bundestagsabgeordnete erklärten am Samstag zu Beginn der Zweibrücker Ausstellung anlässlich des bundesweiten "Tags der Städtebauförderung " im Ex-City-Outlet den Sinn und Zweck der Städtebauförderung .Die Kinder der Kita Sonnenschein ließen sich davon nicht beeindrucken.

Sie spielten munter weiter. Schließlich hatten sie bereits im Vorfeld das gemacht, was Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) bei der Begrüßung angedeutet hatte: "Bei der Stadtplanung ist die Bevölkerung künftig noch mehr gefragt."

Und so hatten die Kinder in den letzten Wochen Wünsche geäußert, wie ihr Kindergarten aussehen soll. "Was die Kinder sich vorstellten, haben wir dann in einem Modell umgesetzt", berichtete Kita-Leiterin Petra Schubert. Die Kita-Umgestaltung sei eines der ersten Maßnahmen des Projekts Soziale Stadt, erklärte Peter Ernst vom Jugendamt. Nach Abschluss verfügt die Kita über drei geöffnete Gruppen und bietet damit 18 Plätze für Kinder unter drei Jahren an.

Die Soziale Stadt ist eines der beiden Großprojekte, die Zweibrücken derzeit angeht (wir berichteten). Auf Tafeln wurde den Besuchern aufgezeigt, wie sich die ausgewählten Stadtbereiche entwickeln sollen. Bei dieser Entwicklung seien auch die Bürger gefragt. Auch beim Bubenhauser Dorffest werde das Projekt vorgestellt, kündigte Pirmann an. "Und Sie sollen uns Ihre Meinung dazu sagen", forderte der Oberbürgermeister zum Mitmachen auf.

"Die Städte müssen sich den Entwicklungen und Aufgaben der Zukunft stellen und dabei den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden", sagte Ministerialdirektor Randolf Stich. Bund und Land würden dabei den Kommunen helfen. Dabei erinnert der Vertreter des Innenministeriums an die 44 Jahre lange Geschichte der Städtebauförderung . Dabei seien Millionen in die Kommunen geflossen.

Daran knüpfte die Wahlkreis-Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer (CDU ) an. In der täglichen Arbeit müsse das umgesetzt werden. "Wenn Bund, Land und Kommunen Hand in Hand arbeiten, geht das auch gut." Die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner sieht dabei Zweibrücken auf einem guten Weg. Beim Anblick der Bilder werde deutlich, dass das Wort Städtebauförderung mehr als ein "trockener Begriff" sei.

Mit den Bildern wollte die Verwaltung den Stadträten auch zeigen, wie sich die Entscheidungen, die sie getroffen hätten, ausgewirkt haben, wies Pirmann auch auf die Tafeln mit bereits abgeschlossenen oder angefangenen Vorhaben hin, etwa die Fußgängerzone. Die Neugestaltung zählt der in Einöd wohnende Günter Scheerer zu den "positiven Veränderungen". Negativ bewertet er dagegen den "leeren Herzogplatz, da ist zu wenig Leben". Mit den geplanten Treppenstufen zum Schwarzbach blickt Scheerer auf das Projekt "Stadt am Wasser". "Da muss ein Sicherungsgeländer zum Wasser hin", fordert der langjährige Zweibrücker eine Nachbesserung.