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Bebauungsplan-Verfahren in Zweibrücken für John Deere und Brauerei-Quartier

Logistikhalle John Deere und Quartier Altes Brauereigelände : Bebauungspläne für Bürger einsehbar

Es geht um das Ex-Brauereigelände und einen John-Deere-Neubau. Hierzu gab es im Stadtrat Anregungen bezüglich Verkehr und Solardach.

(lf) Nachdem der Stadtrat in seiner März-Sitzung die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen hat, können alle Interessierten nun die Bebauungsplan-Entwürfe „Logistikhalle Homburger Straße“ (bis 11. April) und „Quartier Altes Brauereigelände“ (bis 16. April) einsehen.

Wegen der Corona-Pandemie rät die Stadtverwaltung zur Einsicht übers Internet (www.zweibruecken.de/de/politik-verwaltung/aemter/stadtbauamt/stadtplanung/bebauungs-und-flaechennutzungsplaene/aktuelle-bauleitplanverfahren). Persönliche Einsicht im Bauamt ist zwar auch möglich, aber nur nach Anmeldung: Terminanfragen unter Tel. (0 63 32) 8 71-605 oder per E-Mail an stadtplanung@zweibruecken.de. Bürger können während der Einsichts-Frist auch schriftliche Stellungnahmen zu den Plänen mit Anregungen oder Bednken abgeben. Da die geplante große Logistikhalle von John Deere schon im Februar im Rat ausführlich vorgestellt worden war, gab es diesmal nur eine kurze Debatte. Patrick Lang begrüßte die Pläne für die jahrzehntelange Brachfläche. Aber für die „heute schon stark verkehrsbelasteten Anwohner“ in der Homburger Straße sei die Formulierung im Plan-Entwurf „zu vage“, dass das John-Deere-Gelände hauptsächlich über die (unbewohnte) Wilkstraße angefahren werden „soll“. Alexander Knoll vom Planungsbüro Agsta Umwelt kündigte an, dies definitiver festzusetzen. Zudem werde es noch umfangreiche verkehrliche Begutachtungen geben. Nach der Expansion in Zweibrücken will John Deere sein bisheriges Zentrallager in Hockenheim aufgeben. Die geplante Lagerfläche in der neuen Logistikhalle ist 21 000 Quadratmeter groß – das entspricht der Gesamtverkaufsfläche des Zweibrücker Fashion-Outlet-Centers.

Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann vermisst angesichts der „riesigen Dachfläche“ eine Vorgabe zur Installation einer Solarstrom-Anlage. Dies könne man aber vielleicht auch durch einen städtebaulichen Vertrag statt im Bebauungsplan regeln. „Das Zweibrücker Nachhaltigkeitskonzept wäre aber das Papier nicht wert, wenn eine so große Dachfläche ungenutzt bliebe.“ John-Deere-Vertreter Patrick Haffner antwortete, man sei darüber schon im Gespräch mit dem Bau- und Umweltamt: „Wir stehen dem grundsätzlich sehr offen entgegen, zumindest einen Teil der Dachfläche mit Photovoltaik auszurüsten.“ Bürgernah-Chef Dirk Schneider sagte: „Das ist eine gute Idee, aber wir sollten nichts vorschreiben.“(Über die Ratsdebatte zum Ex-Brauerei-Projekt hat der Merkur bereits ausführlich berichtet.)