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Bäckerei Schmidt in Zweibrücken insolvenz, Insolvenzverwalter Paul Wieschemann

Insolvenzverwalter schließt Übernahme durch anderen Betreiber nicht aus : Grund für Schließung der Bäckerei Schmidt: Preisdruck durch Billig-Backwaren von Disountern – und dann noch die Corona-Krise

Warum muss ein beliebtes Unternehmen wie die Bäckerei Schmidt Insolvenz anmelden? Diese Frage hat seit der plötzlichen Schließung am 10. Juni viele Zweibrücker bewegt .

Der vorläufige Insolvenzverwalter Paul Wieschemann (Rechtsanwalt in Kaiserslautern) hat sich jetzt auf Merkur-Anfrage zu der Insolvenz geäußert.

Das Inhaber-Geschwisterpaar habe „am 10. Juni Insolvenzantrag gestellt und dabei gleich mitgeteilt, ohne das mit mir abzustimmen, zu schließen. Das war eine unternehmerische Entscheidung, weil sie keine Perspektive für den Betrieb mehr sehen.“ Klar sei deshalb: „Eine Fortführung mit der Familie wird es nicht geben.“ Von der Schließung betroffen seien neben Familie Schmidt knapp zehn Angestellte. Wie üblich prüfe er aber natürlich auch die Option, ob jemand den Betrieb übernehmen könne.

Was hat zu der Insolvenz nach sieben Jahrzehnte geführt? Wieschemann: „Der Wettbewerbsdruck vor allem durch Discounter ist derart hoch, dass es nicht mehr möglich war, kostendeckend zu produzieren.“ Er habe schon einige Bäckereien abwickeln müssen: Leider seien zu wenige Kunden bereit, für handwerkliche Backwaren-Qualität auch die dafür erforderlichen höheren Preise zu zahlen. Hinzugekommen seien bei der Bäckerei Schmidt Umsatz-Einbrüche durch die Corona-Krise, wegen der auch ein Großkunde aus dem Krankenhaus-/Pflege-Bereich seine Aufträge erheblich reduziert habe.