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Hallenbad mit Sauna: Badeparadies hat innerhalb von zehn Jahren jeden vierten Besucher verloren

Hallenbad mit Sauna : Badeparadies hat innerhalb von zehn Jahren jeden vierten Besucher verloren

2017 betrug der Rückgang gegenüber dem Vorjahr 3,6 Prozent. Als Gründe sehen die Stadtwerke die wachsende Zahl von Nichtschwimmern und mehr Konkurrenz. Um attraktiv zu bleiben, gibt’s ab dem Herbst eine neue Dampfsauna.

„Der Trend hält an“, redet Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann beim Badeparadies nicht um den heißen Brei: Das Hallenbad verzeichnete im vergangenen Jahr rund 8700 Besucher weniger als im Jahr 2016. Das Bad und die Sauna lockten insgesamt 237 044 Gäste. Vor zehn Jahren waren es noch rund 74 000 Besucher mehr – das bedeutet einen Rückgang um 24 Prozent. „Aber seitdem haben in der Nachbarschaft weitere Bäder geöffnet.“ Der Kuchen sei nicht größer geworden. Wohl aber die, die ein Stück davon wollen.

Der Besucher-Rückgang verteilte sich 2017 auf das Bad (von 212 599 im Vorjahr auf 205 099) und die Sauna (von 33 205 auf 31 945).

Als weiteren Grund für den Rückgang nennt Brennemann bei der Vorstellung der Zahlen auch die Tendenz, dass immer mehr Kinder nicht schwimmen können. Und als Drittes verweist der Stadtwerke-Geschäftsführer auf die im vergangenen Jahr um eine auf vier Wochen verlängerte Betriebspause. Bei einem Besucherschnitt von 719 an einem Tag wären das bei sieben Tagen etwa 5000 Besucher.

Brennemann möchte den Rückgang nicht schönrechnen. Er wolle das Zweibrücker Bad auch nicht mit den Bädern in Kaiserslautern (Monte Mare) oder in Saarbrücken (Calypso) vergleichen. „Das ist Champions-League und entsprechend teurer. Wir sind Bundesliga.“ Mit Qualität, Service und Investitionen böten die Stadtwerke den Besuchern eine attraktive Einrichtung: „Damit wollen wir die Kunden binden.“ So werde in diesem Jahr in der dreiwöchigen Pause im September die Dampfsauna für 60 000 Euro komplett erneuert, kündigt Brennemann an. Im vergangenen Jahr steckten die Stadtwerke 600 000 Euro in das Bad: Dickster Brocken war ein neues Blockheizkraftwerk, auch die Duschanlagen wurden komplett erneuert (wir berichteten). Unter anderem können die Gäste jetzt beim Duschen das Wasser selbst regulieren. Durch die neue Technik wurde auch die Legionellen-Vorsorge verbessert. „Wir legen seit Jahren Wert darauf, dass kein Investitionsstau entsteht“, erklärt Betriebsleiter Ingo Baumann. Zwei Dutzend Mitarbeiter sorgten für den notwendigen Service im Bad und in der Sauna.

Betriebsleiter Ingo Baumann baut im Badeparadies auch auf französische Gäste. Foto: Lutz Fröhlich

Wie schon in den Vorjahren werbe das Badeparadies auch im benachbarten Frankreich. Bei gelegentlichen Erhebungen an der Kasse bestätige sich der Eindruck auf dem Parkplatz, auf dem viele Fahrzeuge mit einem französischen Kennzeichen stehen, sagt Baumann. Deshalb erfolgten Aushänge und auch Durchsagen im Bad auf Deutsch und Französisch.