Euroclassic-Festival Bach-Kantaten in der Zweibrücker Alexanderskirche

Zweibrücken · Beeindruckendes Euroclassic-Konzert in Zweibrücken anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation.

 Nicht nur musikalisch ein stimmungsvolles Konzert in der Alexanderskirche.

Nicht nur musikalisch ein stimmungsvolles Konzert in der Alexanderskirche.

Foto: Margarete Lehmann

Je nachdem, welche Musik wir gerade hören, empfinden wir körperliche Berührungen unterschiedlich, bewies jüngst ein Experiment: Je betörender ein Musikstück klang, desto verführerischer wurde eine Berührung empfunden. Derart erging es vielen Musikfreunden am Samstagabend in der Zweibrücker Alexanderskirche während eines Konzertes des Festivals Euroclassic zum Luther-Jubiläum 500 Jahre Reformation mit Bach-Kantaten.

Besonders der langsame Satz, das Adagio, des Konzertes für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo von Johann Sebastian Bach ergriff durch seine ausdrucksstarke zutiefst bewegende Interpretation. Johanna Ruppert, Violine und Walter Theisohn, Oboe, seien hier hervorgehoben. „Die Oboe wurde kürzlich zum „Musikinstrument des Jahres“ gewählt, was mich natürlich besonders freut“, sagte Oboist Theisohn zu Anfang des Konzertes. Größtes Lob verdient, neben vielen anderen, auch der Trompeter des sehr guten Kammerorchesters Kaiserslautern, der schon im ersten Stück mit dem „Wohlauf, wohlauf mit hellem Ton“ von Johann Walter (1496-1570) strahlend-helle Akzente zu setzen wusste, die sich im Verlauf des Konzertes immer wieder aufregend wiederholten.

Der gut 30-köpfige Chor, besetzt mit bekannten Chorsängern der Region, transportierte glänzend den Geist der Bach-Kantaten „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ und „Bringet dem Herrn Ehre seines Namens“. Der Chor ist ja in den Kantaten der hervorragendste Träges des musikalischen Geschehens. Das Kammerorchester Kaiserslautern musiziert bereits in langer Tradition mit dem Zweibrücker Kantor Helge Schulz (Gesamtleitung) und seiner Kantorei. Der Stamm der Musiker kommt aus der Pfalz und dem Saarland, und, länderübergreifend, zum Teil auch aus Frankreich.

Als Solisten wirkten eindrücklich mit: Simone Sattelberger (Alt), Won Choi (Tenor), Dietmar Franke (Bass), Johanna Ruppert (Violine), Walter Theisohn (Oboe). Johanna Ruppert stammt aus einer musikalischen Familie, sie wurde 1992 in Zweibrücken geboren und spielt seit dem sechsten Lebensjahr Geige. Sie studierte unter anderem in Weimar und Zürich, zurzeit an der Kunstuniversität in Graz. Sie ist Preisträgerin zahlreicher bekannter Musikwettbewerbe.

Walter Theisohn ist Leiter der städtischen Herzog-Christian-Musikschule Zweibrücken, Vorsitzender der Mozartgesellschaft Zweibrücken-Bitche-Pirmasens und war zu Gast als Oboist in vielen Orchestern regional und überregional. Zweibrücker Musiker in die Reihe ausgesuchter Konzerte des Festivals Euroclassic einzubinden, ist gut und gerechtfertigt. Verdienten anhaltenden Beifall der gut 250 Zuhörer gab es am Ende für ein gelungenes Euroclassic-Konzert.