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Ausstellung zeigt Kunst aus zwei Kulturen

Ausstellung zeigt Kunst aus zwei Kulturen

Zwei Maler aus Syrien und Höheischweiler stellen derzeit gemeinsam im Atrium der Klinik für Urologie und Kinderurologie in Homburg aus. Zur Eröffnung der Integrationsausstellung kamen 130 Besucher.

Kunst verbindet: Kulturen, Völker, Bundesländer, Parteien, Konfessionen - Menschen. Davon zeugte die höchst ungewöhnliche, vielschichtig hochkarätig besetzte Eröffnung der Integrations-Ausstellung "Kunst aus zwei Kulturen" im Atrium der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Homburger Universitätsklinikums UKS. Rund 130 Kunstliebhaber und Kulturfreunde bewunderten die 50 ausgestellten Bilder des syrischen Künstlers Ahmad Alghorani und des Deutschen Mark Blunck aus Höheischweiler. "Ganz unterschiedliche Lebenswege führen zu ganz verschiedenen Bildstilen und doch haben die beiden Künstler schnell zueinander gefunden", erklärte Professor Heinrich Zankl bei seiner Laudatio. Der 28-jährige Ahmad Alghorani stammt aus Damaskus und floh 2015 vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat. Seine Werke trug der studierte Kommunikationsdesigner als Handyfotografien als seinen Schatz mit sich. Seitdem malt er in seiner kleinen Wohnung in Homburg unter erschwerten Bedingungen und verarbeitet vor allem seine Kriegserlebnisse. Kinder mit verständnislosen Blicken auf den Krieg stehen im Mittelpunkt seiner Portraits. "Sie haben kein Leben, nur Angst und Not", charakterisiert der gebürtige Syrer. Als lebendigen Kontrast malt er farbenfrohe Blumensträuße. Und er verewigt seine Unterstützer: Dr. Zankl oder Margarete Palz. Die international bekannte Zweibrücker Künstlerin gestaltete mit ihrer einzigartigen Performance den Höhepunkt der Ausstellungseröffnung. Mit ihrem Gewand aus Fotozelluloid provozierte Palz: "Was schauen Sie mich so an? Ja, ich will auffallen, ich will wahrgenommen und gesehen werden - ich bin ja ein Mensch!" "Der Sonnengott, der Licht in die Dunkelheit bringt, der Steine zum Leben erweckt und bei allen Schatten die Farben erstrahlen, Blumen erblühen und Vögel singen lässt", stellten fünf Künstler pantomimisch und tänzerisch in Palz' Kostümen und nach ihrer Choreografie dar. Der Zweibrücker Lehrer Gerhard Kaiser zitierte dazu Philiosophen aus dem letzten Jahrhundert: "KEINER ist dem ANDEREN gleich, aber JEDER um den ANDEREN reich!"

Zu diesem Ansatz passen die Gemälde von Mark Blunck. "Mir erscheint unsere Zeit so hektisch. Ich gehe viel in die Natur und bringe das auf die Leinwand, was sie mit mir macht, was meine Seele dann durch meinen Körper ausdrückt", erklärte der 42-jährige gebürtige Trierer, ehemaliger Schüler von Margarete Palz. "Zwischen Abstraktion und Realität durch Eindrücke der Natur etwas im Außen entwickeln", zitierte Anita Schäfer. Die rheinland-pfälzische Bundestagsabgeordnete (CDU) hatte gerne die Schirmherrschaft über die Ausstellung gemeinsam mit der saarländischen Familienministerin Monika Bachmann übernommen. Auch Anja Wagner-Scheid, Direktorin im Amt für Soziales in Saarbrücken, betonte das Miteinander. "Zusammenarbeit über das Saarland hinaus mit Rheinland-Pfalz - solche Projekte sollten wir öfter machen. Dies ist ein super Anfang!"

Bei einem Büfett mit syrischen Spezialitäten, zubereitet von Ahmad Alghoranis Bruder, einem gelernten Koch, unterhielten sich die Gäste angeregt - und kunterbunt gemischt. Die Ausstellung ist noch bis 31. März zu sehen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Die Integrations-Ausstellung "Kunst aus zwei Kulturen" im Atrium der Urologie des Universitätsklinikums des Saarlands UKS auf Initiative des gemeinnützigen Vereins "Homburger Wollen Helfen" mit Bildern der beiden Künstler Ahmad Alghorani (Syrien, seit 2015 in Homburg) und Marc Blunck (Höheischweiler), ist noch bis 31. März zu bewundern. Insbesondere der syrische Künstler wird immer wieder vor Ort anzutreffen sein, um mit Betrachtern ins Gespräch zu kommen. www.homburger-wollen-helfen.de