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Ausstellung „Die fromme Helene im Briefkasten“ in der Bipontina

Ausstellung „Die fromme Helene im Briefkasten“ in der Bipontina

Noch bis zum 3. Juni ist in der Bibliotheca Bipontina eine Ausstellung zum Thema Briefmarken und Literatur zu sehen. Ex-Oberbürgermeister Hans-Otto Streuber, selbst Philatelist, hielt dazu gestern Abend einen Vortrag.

Welche Verbindung besteht zwischen Postwertzeichen und der Literatur? Diese Frage beantwortete gestern Abend der wohl bekannteste Zweibrücker Philatelist, Ex-Oberbürgermeister Hans-Otto Streuber. Vor gut 40 Briefmarken- und Buchliebhabern erläuterte er, wie Briefmarken als Zeugen der deutschen Literaturgeschichte verstanden werden können und eröffnete damit die Ausstellung des Landesbibliothekzentrums Bibliotheca Bipontina. Ein Teil der Exponate, die unter dem Titel "Die fromme Helene im Briefkasten" Bücher und ihre Postwertzeichen kombinieren, stammt aus Streubers Sammlung. Dieser skizzierte kurz die Geschichte der Briefmarke, in der Annahme, doch mehr Bücherfreunde als Briefmarkenkundige vor sich zu haben. Die erste Briefmarke, die One-Penny-Black, entstand 1840 in Großbritannien und zeigte Königin Victoria. "Obwohl sie so alt ist, hat sie wenig Wert, weil es davon so viele gibt", verdeutlichte Streuber, dass die Wertschätzung von Briefmarken nicht an ihrem Alter, sondern an ihrer Auflage gemessen wird. Je seltener, desto kostbarer, wie etwa die allseits bekannte "Blaue Mauritius", für die man schon ein paar Tausend Euro berappen müsste. Bereits 1860 entstanden die ersten Sammlervereine, die damals Ländersammlungen anlegten, so wie Streuber selbst als junger Mann. In den 1980er Jahren jedoch geriet die Philatelie in eine Krise. Gerade rechtzeitig veräußerte er seine komplette Ländersammlung mit damals wertvollen Marken aus der Nachkriegszeit, um dann unter völlig neuen Gesichtspunkten neue Sammlungen mit Motiv-Briefmarken anzulegen. "Das ist ein grenzenloses Feld: Bauwerke, Tiere, Pflanzen, Leuchttürme, Komponisten und viele andere Themen", zählte er auf. Da er sich für Literaturgeschichte interessiert, trug Streuber mit großem Aufwand passende Marken aus der ganzen Welt zusammen.

In der Ausstellung gezeigt werden Briefmarken bedeutender Schriftsteller wie Schiller, Goethe oder Heine. Neben der Titel gebenden "Frommen Helene" begeistern weitere Briefmarken zu Motiven von Wilhelm Busch , aber auch zu Kinderbüchern wie dem Struwwelpeter , Felix der Hase oder Tabaluga. Briefmarken sammeln sei ein Anlass, sich intensiv mit Themen zu befassen, zu recherchieren, zu lesen. Außer dem Sammlertrieb werde auch der Jagdtrieb nach einem besonderen Stück angeregt. "Sammler sind glückliche Menschen", so Streuber.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis 3. Juni.