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Ausgleich für den Ernst des Lebens

Ausgleich für den Ernst des Lebens

Nach 26 Jahren wird Bodo Heintz im Frühjahr das Amt des KVZ-Sitzungspräsidenten übergeben. Nachfolgerin wird Heike Hofer. Die Rotjacken werden aber auch in Zukunft auf Heintz nicht verzichten müssen.

Im Grunde sieht sich Bodo Heintz nur als An- und Absager. "Ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt", betont der scheidende Sitzungspräsident des KVZ (Karnevalvereins Zweibrücken ). Nachdem er 26 Jahre lang die Sitzungsglocke geschwungen hat, will er sie nach dieser Session in jüngere Hände abgeben. Mit Heike Hofer hat der Verein eine geeignete Nachfolgerin gefunden. Sie ist auch schon eingesprungen, als Heintz wegen einer Erkrankung ausgefallen war.

Seit 53 Jahren ist Heintz nun schon beim KVZ aktiv dabei. "Angefangen habe ich im Alter von 16 Jahren im Männerballett", erinnert sich der waschechte Zweibrücker. Danach folgten Büttenreden und Gesang bei den damaligen Parkbräuspatzen. Als 18-Jähriger wurde Heintz bereits als Schriftführer in den Vorstand des Karnevalvereins gewählt. Dann übernahm er das Amt des zweiten Vorsitzenden, bis er schließlich ganz die Verantwortung übernahm.

"Der Abschied wird mir nicht leicht fallen", räumt der 70-Jährige ein, der nach dem Herschberger Udo Wagner der älteste Präsident in der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine ist. Er bleibe schließlich mit Herzblut immer noch Fastnachter. Doch im Frühjahr sei definitiv Schluss: "Auch wenn ich noch für ein Jahr gewählt bin. Ich trete dann zurück." Den Rotjacken bleibe er aber auch danach erhalten - wenn auch nicht mehr in der ersten Reihe. Heintz schließt auch nicht aus, sich mal wieder als Büttenredner zu versuchen. An diesen mangele es inzwischen sehr: "Wenn jemand aus den Dörfern wirklich gut ist, geht er in die Vorderpfalz oder nach Baden, wo es Geld für die Auftritte gibt." Beim KVZ dagegen werde die Arbeit ausschließlich ehrenamtlich geleistet.

Seit letztem Jahr sieht der Sitzungspräsident wieder einen Aufschwung bezüglich der Besucherzahlen der Fastnachtsveranstaltungen. Lange Zeit hätten die Vereine unter dem Überangebot im Fernsehen gelitten. Doch nun gebe es wieder eine größere Nachfrage nach Eintrittskarten. Das zeige sich auch in Zweibrücken , wo bei fünf Vereinen die Veranstaltungen trotzdem gut besucht seien. Überhaupt sei die Stadt der Rosen und Rösser eine Hochburg der Fastnacht: "Man stelle sich mal vor, es würde nur einen Verein geben. Was hätte der eine Auswahl an Akteuren." Wie seine Kollegen sieht auch Heintz das Fehlen einer geeigneten Halle in der Stadt. Auch der KVZ sei es kaum noch möglich, wegen der hohen Kosten, die Prunksitzung in der Festhalle abzuhalten. Warum er sich in der Fastnachtnacht engagiert: "Das Leben ist oft sehr ernsthaft. Bei der Fastnacht kann man herzhaft lachen und sich vom Alltag erholen." Beruflich war Heintz bis 2008 bei der US-Armee als Leiter der Elektroabteilung beschäftigt. Seitdem genießt er das Leben als Rentner.