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Schüleraustausch: Aus Zweibrücken in die weite Welt

Schüleraustausch : Aus Zweibrücken in die weite Welt

Die Schulen der Rosenstadt geben Jugendlichen viele Möglichkeiten, erste Erfahrungen im Ausland zu machen.

Für Jugendliche, die lieber nur kurz Auslandsluft schnuppern wollen, sind die Austausch-Programme der Schulen ein guter Einstieg. Das Helmholtz-Gymnasium unterhält einen Austausch mit Barrie in Kanada. Die Partnerstadt Zweibrückens regte nach der Begründung der Städtepartnerschaft auch eine Schulpartnerschaft an – der 1999 ins Leben gerufene Austausch wird bis heute regelmäßig gepflegt, wie Matthias Eifler, zweiter Stellvertreter des Schulleiters und Englischlehrer, berichtet. Die Schüler aus Zweibrücken reisen im Herbst für vier Wochen nach Kanada, der Gegenbesuch erfolgt dann im Frühsommer.

Die Schüler bewerben sich mittels eines Steckbriefes, die Zuteilung der Gastschüler erfolgt in Absprache mit den kanadischen Kollegen. Gute Englischkenntnisse sind Voraussetzung. „Die Schüler kommen in eine komplett neue Situation, ein fremdes Land, eine neue Gastfamilie, sie kennen ihre Austauschpartner nicht – das ist für 15- bis 16-Jährige nicht so einfach. Deshalb wählen wir die Schüler nicht nur nach Noten aus, sondern auch nach Reifegrad“, erklärt Eifler. Das Interesse an dem Kanada-Austausch sei groß, auf die 28 Plätze gebe es jährlich zwischen 50 und 60 Bewerbungen.

„Auf kanadischer Seite ist das Programm unter dem Namen „Global Perspective“ fest im Lehrplan verankert, es ist da nicht nur das Ziel, die deutsche Sprache zu erlernen und zu verbessern, sondern es geht auch darum, die Kultur zu verstehen und Europa kennenzulernen. Deshalb gibt es auch immer einen ‚Big Trip‘“, so Matthias Eifler. In diesem Jahr geht es für die kanadischen Austauschschüler und ihre deutschen Gastgeber vier Tage nach Rom. Neben den „Schooldays“ im Gymnasium organisiert das Betreuer-Team um Eifler und die Koordinatorin Laura Nohr täglich ein Programm, mit Besuch des Landtags, Städtetouren und Wanderungen. Fest eingeplant ist auch die Besichtigung einer Burg – „unsere kanadischen Gäste sind immer sehr fasziniert davon, Burgen aus dem Mittelalter zu sehen, so etwas gibt es dort nicht. Das Land ist ja erst 200 Jahre alt.“ Abende und Wochenenden verbringen die Schüler in ihrer Gastfamilie. Bis es dann heißt „Time to say Goodbye“.

„Bonjour“ konnten im ersten Halbjahr die Austauschschüler vom Hofenfels-Gymnasium in Zweibrücken sagen. Zehn Tage verbrachte eine Gruppe von 14 Schülern mit den beiden Französischlehrern Norbert Barbie und Martine Buder in Auxerre. Die französischen Partnerschüler waren bereits im März in Zweibrücken zu Gast.

Die Zehntklässler aus Zweibrücken absolvieren während ihres Aufenthaltes in der Bourgogne ein Praktikum in französischen Betrieben, die Bandbreite reicht von Restaurant über das Blumengeschäft und den Kindergarten bis zum Hunde- und Katzenfriseur. Teilnehmen an diesem Austausch können die Schüler der Bilingual-Klasse am Hofenfels-Gymnasium. Wer bilingual wählt, hat bereits ab der 5. Klasse Französisch, ab der 7. Klasse wird dann der Fachunterricht in Geschichte und Erdkunde auf Französisch gehalten.

Untergebracht sind die Schüler in Gastfamilien. Unter der Woche sind sie tagsüber im Praktikum, an den Abenden und an den Wochenenden in den Gastfamilien. Seit nunmehr 20 Jahren bestehe diese Partnerschaft, erklärt Norbert Barbie – was keineswegs eine Selbstverständlichkeit sei. Um die Praktikumsplätze zu organisieren, ist schon einiges an Klinkenputzen gefordert; „wir haben auch dieses Jahr bereits nachgefragt und Praktikumsplätze für das kommende Jahr organisiert“. Und natürlich wäre der Austausch nicht zu stemmen, wenn die Kollegen im Hofenfels-Gymnasium nicht mit solchem Herzblut dahinter stehen würden, lobt Barbie die gute Zusammenarbeit in der Schule – „das geht nur, wenn  die Kollegen bereit sind, da mitzumachen“.