Und Digitalpakt Schule kommt in Zweibrücken weiter voran Zweite Hälfte der Tilsitstraße wird ausgebaut

Zweibrücken · Volksvertreter haben außerdem Aufträge für Schulen-Digitalisierung und einen Spielplatz vergeben.

 Die eine Hälfte der Tilsitstraße ist schon saniert – die andere soll es bald werden. Warum, ist leicht ersichtlich.

Die eine Hälfte der Tilsitstraße ist schon saniert – die andere soll es bald werden. Warum, ist leicht ersichtlich.

Foto: Lutz Fröhlich

Die Firma Eurovia Teerbau (Niederlassung Koblenz) soll für rund 617 200 Euro den noch nicht sanierten Teil der Tilsitstraße ausbauen. Das hat der Zweibrücker Hauptausschuss am Mittwochabend einstimmig dem Stadtrat vorgeschlagen.

Insgesamt waren nach der Ausschreibung vier Angebote für etwa 1000 Meter langen Abschnitt abgegeben, das teuerste lag bei 824 500 Euro. Eurovia als günstigster Bieter war sogar 30 000 Euro als die vorherige Kostenschätzung. Finanziert wird der Ausbau (neben dem städtischen Anteil) durch die wiederkehrenden Beiträge der Grundstückseigentümer im Abrechnungsgebiet „Weststadt“.

CDU-Fraktionschef Pascal Dahler erinnerte an den ersten Bauabschnitt, wo sich 2017 der Fund zweier Brandbomben und weiterer Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg die Bauzeit erheblich verlängert und die Kosten fast verdoppelt hatte. Und fragte: „Ist sowas jetzt schon einkalkuliert, oder wurde im Vorfeld der Untergrund geprüft?“ Steffen Mannschatz vom UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) antwortete: „Die Firma hat den Auftrag zu prüfen. Eine gewisse Sicherheit ist in der Summe drin. Ich hoffe, dass wir nichts finden, kann es aber nicht versprechen.“

Wann beginnen die Bauarbeiten? Zu der für alle Anlieger wohl wichtigsten Frage sagte im Hauptausschuss niemand etwas. Der Merkur fragte deshalb beim für die Zweibrücker Straßen zuständigen UBZ an: Ist schon Monat oder Jahreszeit abschätzbar, wann die Bauarbeiten beginnen? Und wie viele Monate dauern sie, wenn alles planmäßig verläuft?“ Der UBZ mailte am Freitag: „Der UBZ beantwortet Ihre Anfrage wie folgt: Die Vergabe erfolgt in der Stadtratssitzung am 20. Juli. Zurzeit gibt es nur die Empfehlung des Hauptausschusses. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat am 20. Juli. Danach können Sie sich gerne nochmal mit uns in Verbindung setzen.“

Im Rahmen des „Digitalpakt Schule“ hat der Hauptausschuss einstimmig beschlossen, den Auftrag für „aktive Netzwerkkomponenten der Firma Cisco Meraki inklusive der dazugehörigen Lizenzen“ für 184 400 Euro bei der Telekom zu beschaffen, Rheinland-Pfalz hat hierzu einen Rahmenvertrag und übernimmt 90 Prozent der kosten. Bei den Netzwerkkomponenten handelt es sich um Verteiler und Zugangspunkte für schnelles Internet im Innen- und Außenbereich, auch per WLan-Brücken. Alle Komponenten können über einen deutschen Cloud-Dienst aus der Ferne online gewartet werden, erläuterte die Verwaltung, selbstverständlich unter Beachtung der Datenschutz-Verordnung. Es handelt sich um die zweite Zweibrücker Bestellung dieser Art, diesmal für die Berufsbildende Schule, die Canadaschule und sieben Grundschulen.

Für das Quartier „Soziale Stadt – entlang des Hornbachs/Breitwiesen“ vergab der Hauptausschuss einstimmig für 69 900 Euro die „Fortschreibung des integrierten Entwicklungskonzeptes“ an das Büro Stadtberatung Dr. Fries in Arbeitsgemeinschaft mit der R+T Verkehrsplanung GmbH. Sven Fries habe mit seinem Team bereits das erste Konzept erarbeite und leiste zudem mit dem Quartiersmananagement gute Arbeit, begründete die Stadtverwaltung die Vergabe. Zudem habe von drei angeschriebenen Büros nur dieses ein Angebot abgegeben. Die Resonanz der Bevölkerung auf die Aktionen des Quartiersmanagements sei sehr gut, antwortete Bürgermeister Christian Gauf (CDU) auf eine Frage von FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser: „Wen etwas angeboten wird, sind die Menschen aus dem Quartier immer dabei.“ Ebenfalls auf eine Kaiser-Frage sagte Stadtplaner Harald Ehrmann, in der Unterführung am Hornbach gebe es auch keine Schmierereien mehr, seitdem Jugendliche aus dem Viertel bei einer Aktion die Wände künstlerisch gestaltet haben.

Das Büro Fries übernimmt auch für insgesamt 176 900 Euro für zwei Jahre die Betreuung des Innenstadtmanagements im Rahmen des Programms „Lebendige Zentren“. Fries hatte nach (wegen der Größe es Auftrags) europaweiter Ausschreibung als Einziger ein Angebot abgegeben. Als „niederschwellig Anlaufstelle“ ist auch ein Citybüro geplant, damit Ansprechpartner einfacher erreichbar sind. Ziel ist laut Verwaltungsvorlage, die Innenstadt „mit vielfältigen Nutzungsstrukturen aus Handel, Dienstleistung, öffentlichen Einrichtungen, Wohnen und Freizeitmöglichkeiten“ an den „weithin spürbaren Strukturwandel“ anzupassen. Die Abgrenzung zur auf den Bereich Handel/Gastronomie fokussierten Arbeit von Citymanagerin Petra Stricker sei gewährleistet, beruhigte Stadtplaner Ehrmann auf Nachfrage von Dahler (CDU).

Aus der jüngsten Stadtrats-Sitzungen hat der Merkur noch zwei jeweils einstimmige und diskussionslose Auftragsvergaben nachzutragen: Für den neuen Bolzplatz des neuen Spielplatzes in Oberauerbach vergab der Rat Ende Juni für 49 100 Euro die Erd-, Wege- und Landschaftsbauarbeiten an die Zweibrücker Firma Michael Meier. Und die (bereits nach dem Kölner Stadtarchiv-Einsturz tätige) Ingenieursozietät Katzenbach aus Darmstadt erstellt für 31 900 Euro ein Gutachten (hierbei enthielt sich Gertrud Schiller, CDU) „zur Feststellung der Schadensursache und zur Empfehlung von Sanierungsmaßnahmen bezüglich der Spundwand am Schwarzbach“ (wir berichteten vorab). Bereits Mitte Mai beschloss der Stadtrat den Ausbau der Breitensteinstraße in Mittelbach-Hengstbach nach der zuvor im Bauausschuss vorgeschlagenen Variante.