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Aufregung: Kind ohne Maske darf in Zweibrücken nicht in Bus einsteigen

Fahrer hatte keine Ersatzmaske für Sohn von Atilla Eren mehr : Aufregung: Kind ohne Maske darf nicht in Bus einsteigen

Ein neun Jahre alter Junge durfte am Dienstagmorgen in der Canada-Siedlung nicht in einen Bus einsteigen. Grund: Der Bub hatte keine Maske dabei. Das sorgte für leidenschaftliche Diskussionen auf Facebook.

Gepostet hatte den Beitrag, der den Stein ins Rollen brachte, Atilla Eren. Dieser ist Mitglied des Stadtrates (Fraktion Bürgernah) und gab sich auf Facebook als Vater des betroffenen Kindes zu erkennen. Eren zeigte sich ungehalten über den Busfahrer. „Ein Kind ist kein Gegenstand das man einfach so stehen lassen kann“, kommentiert er.

Eren verdeutlichte, dass er seinem Sohn sehr wohl aufgegeben habe, eine Maske mitzunehmen, damit er in den Bus kommt. „Schieben sie nicht alles auf die Eltern ab. Das sind Kinder, sie hören zu und doch nicht zu“, wendet er sich über Facebook direkt an den Busfahrer.

„Zum Glück hatte er sein Handy dabei um mich anzurufen“, schildert Eren den weiteren Verlauf. Dank des Handyanrufes habe er vorfahren und seinen Sohn abholen können. Aber was könnte geschehen, wenn das nächste Mal einem Kind die Mitfahrt wegen fehlender Maske verweigert werde – und es führe dann kein Handy mit sich. Und das Kind wohne vielleicht gar am Stadtrand, stellt Eren eine offene Frage.

Sein Vorschlag: Die Busfahrer sollten immer ein paar Corona-Masken an Bord haben, um sie in solchen Fällen auszuhändigen, gerne auch gegen Entgelt.

Was Eren offenbar nicht wusste: Genau das machen die Fahrer der Stadtbus-Zweibrücken-GmbH, die die Linien in der Rosenstadt bedient wie Betriebsleiter Christoph Rittersberger auf Merkur-Anfrage erklärt.

Die Fahrer hätten immer eine Not­reserve (aktuell sind FFP2- oder OP-Masken vorgeschrieben) an Bord. Diese würden sogar unentgeltlich ausgehändigt. „Aber in besagtem Fall hatte der Fahrer keine mehr vorrätig“, sagte Rittersberger. Und zwar deshalb, weil an dem Tag bereits mehrere andere Fahrgäste ebenfalls ohne Maske dastanden.

Rittersberger sagt, wenn der Bus leer oder nur spärlich besetzt gewesen wäre, hätte das Kind trotzdem einsteigen dürfen. Dann sei man nicht überstreng. Aber wenn eine hinreichende Zahl von Menschen im Bus sitze, könne das nicht erlaubt werden. „Stellen Sie sich vor, was los wäre, wenn wir ein Kind ohne Maske einsteigen ließen – und das wäre an Corona erkrankt und würde andere anstecken“, gibt der Betriebsleiter zu bedenken.

Rittersberger sagt, zum Glück dächten die allermeisten Zweibrücker an die Masken und es gebe auch kaum Diskussionen diesbezüglich. Bei Kindern seien die Erziehungsberechtigten gefragt, zu vermitteln, dass die Maske ein Muss ist.