Park der Villa Schwinn in Zweibrücken Aufregung: Eine Eiche soll weichen

Zweibrücken · Bürger in Zweibrücken sind besorgt: Am Freitag wird im Park der Villa Schwinn ein weiterer Baum gefällt. UBZ, Hausmeister und Eigentümer stellen auf Anfrage aber klar: Die Stieleiche ist schwer krank.

 Nicht mehr zu retten: Stieleiche auf Gelände der Villa Schwinn.

Nicht mehr zu retten: Stieleiche auf Gelände der Villa Schwinn.

Foto: Mathias Schneck

(eck) Eine alte Eiche im Park der Villa Schwinn soll am Freitag gefällt werden. Das sorgt im Vorfeld für einige Aufregung in der Rosenstadt. Besorgte Bürger wandten sich am Dienstag an den Pfälzischen Merkur. Tenor: Schon wieder werde einem Baum in besagtem Park auf die Pelle gerückt. Ob das nicht in Zusammenhang mit den Plänen eines Investors steht, rund um das Ensemble Villa Schwinn mehrere Wohnhäuser hochzuziehen (wir berichteten mehrfach)?

Der Hausmeister der Villa Schwinn, einer der Eigentümer sowie die Untere Naturschutzbehörde beim UBZ machen auf Merkur-Anfrage aber unisono deutlich: Der betroffene Baum ist krank, die Fällung unvermeidlich.

Hans-Joachim Pauly ist Hausmeister der Villa Schwinn. Er sagt: „Bei dem betroffenen Baum handelt es sich um eine Eiche auf dem Teil des Grundstücks, das unmittelbar ans Melanchthonheim angrenzt. Die Eiche ist in einem schlechten Zustand, der Stamm ist durch Pilzbefall geschwächt, eine Standhaftigkeit kaum noch gegeben.“

Stephan Schwinn aus München, Miteigentümer der Villa, bestätigt: Der Baum sei stark geschwächt durch Pilze. Die Eiche sei nicht mehr zu retten, etwa durch Beschneidungen der Krone – „was wir als Erbengemeinschaft sehr bedauern“.

Kritiker könnten den Eigentümern eine mögliche Befangenheit, einen Willen, „Platz schaffen zu wollen“ für den Investor, unterstellen. Doch bestätigt der UBZ, bei dem die Untere Naturschutzbehörde angesiedelt ist, auf Anfrage die Schwinn-Äußerungen.

„Bei dem zu fällenden Baum handelt es sich um eine Stieleiche (Quercus robur) an der westlichen Grundstücksgrenze zum Melanchthonheim“, schreibt der UBZ in seiner Stellungnahme. „Der Stamm, Stammfuß bzw. Wurzelhals sind massiv mit dem Lackporling (holzzersetzender Pilz) befallen. Am Wurzelhals bzw. Stammfuß sind Höhlungen mit Fäulen vorhanden. Die Stand- und Bruchsicherheit ist stark beeinträchtigt. Insbesondere mit der Ausbildung der Blattmasse besteht eine akute Bruchgefahr.“

Grundsätzlich unterliege der Baum „keinem besonderen naturschutzrechtlichen Schutzstatus (Baumschutzsatzung, geschützter Landschaftsbestandteil, Naturdenkmal, Erhaltungsfestsetzung im Bebauungsplan)“. Vielmehr handele es sich um einen Baum auf einer gärtnerisch genutzten Grundfläche innerhalb der geschlossenen Bebauung. Deshalb sei die Fällung des Baumes rechtlich korrekt, so der Umweltbetrieb, der in seiner Stellungnahme auf mehrere Paragraphen verweist.

„Allerdings befindet sich auf dem Baum ein derzeit noch besetztes Vogelnest“, merkt der UBZ an. Von daher seien die artenschutzrechtlichen Bestimmungen des Paragraphen 44 Bundesnaturschutzgesetz zu beachten. Diesen sei „zuständigkeitshalber durch Bescheid der oberen Naturschutzbehörde bei der SGD Süd entsprochen“ worden.

Auch ein unabhängiger Zweibrücker Baum-Experte bestätigte dem Merkur: Der Baum ist nicht mehr zu retten.

Rückblick: Bereits Ende April musste in dem Park der Villa Schwinn eine Blutbuche gefällt werden. Auch hier gab es kritische Nachfragen von Bürgern, auch hier wure als Grund eine erhebliche Bruchgefahr genannt, der Baum sei alt und krank.

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