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Herzog-Wolfgang-Realschule Plus: Auf dem Weg zu mündigen Bürgern

Herzog-Wolfgang-Realschule Plus : Auf dem Weg zu mündigen Bürgern

22 Schüler der Klasse 6a der Herzog-Wolfgang-Realschule Plus setzten das Projekt „Demokratie-Wanderweg“ mit selbst gestalteten Schautafeln fort – mit in jeder Hinsicht bemerkenswerten Resultaten.

Fünf farbenfrohe Schautafeln ziehen aktuell die Blicke der Besucher auf sich, die in die Cafereria des Nardini Klinikums streben. Sie handeln von Demokratie und wurden von der Klasse 6a der Herzog-Wolfgang-Realschule Plus gefertigt. Unter anderem mit dieser Kunstaktion beteiligten sich die 22 Schüler an dem Gesamtwerk „Siebenpfeiffer-Weg“ im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben“ (wir berichteten).

Der Rundweg führt von ihrer Schule zur Hahnberghütte des Pfälzer-Wald-Vereins nach Contwig und wieder zurück, vorbei an wichtigen Stationen, denn Zweibrücken ist bekanntlich die Wiege der Demokratie. Unterstützt wurde die Klasse von der Zweibrücker „Prisma-Künstlerin“ Bärbel Grub-Hapke, Schwester von Klassenleiterin Helge Theisinger. „Ich bin noch heute ganz begeistert, wie ruhig, respektvoll und fair die Kinder in einem demokratischen Abstimmungsverfahren interagiert haben und wie gut sie auf die Thematik vorbereitet waren“, lobt die Künstlerin.

An nur drei Vormittagen entstanden vier Stellwände auf Pappe nach Graffiti-Street-Art. „Die Schüler haben dieses Werk unter Anleitung und mit minimaler Unterstützung eigenständig geplant, designed und umgesetzt“, schwärmen die beiden Schwestern. „Ich merke, wie viel selbstständiger und auch selbstbewusster sie in der Projektarbeit werden“, freut sich die Klassenleiterin, der das Thema Demokratie und Partizipation bereits im Unterricht besonders am Herzen liegt. Sie sagt: „Damit bereiten wir die Kinder vor, um mündige Bürger in einem demokratischen Staat zu sein und als soziale Wesen miteinander wertschätzend umzugehen.“

Im Klassenrat, dem wöchentlich zwei andere, demokratisch gewählte Schüler vorstehen, wurde das Thema gemeinschaftlich beschlossen. „Sobald sich die Schüler mit ihren Aufgaben identifizieren, erbringen sie ganz andere Leistungen und wachsen regelmäßig erstaunlich über sich selbst hinaus“, beobachtet Helge Theisinger. Auch die Kleingruppen für die einzelnen Projektbereiche organisierten die Schüler selbst, ausgerichtet auf Aufgaben, Anforderungen und Stärken der einzelnen Klassenkameraden, nicht etwa auf Freundschaften.

„Meinungsfreiheit“ halten sie für das größte Gut der Demokratie. Dabei interessiert sich die gesamte Klasse, die zur Hälfte über einen Migrationshintergrund verfügt, mit Schülerinnen und Schülern aus mehr als fünf unterschiedlichen Nationen, für Demokratie. Zeitgemäß und flott, übermitteln die jungen Künstler ihre Botschaft auf ihren Kunstwerken im Grafitti-Stil. Die vier räumlich-farblich mit Sprühfarbe, Fotos und Texten gestalteten Papp-Tafeln thematisieren die Geschichte der Demokratie von den Ursprüngen in Athen bis zum Hambacher Fest.

Die Definition und die Werte der Demokratie skizzieren auf einer Karte den Weg der Demokratie von Zweibrücken bis zum Hambacher Schloss und vermitteln mit Bildern eigener Schulprojekte, wie die jungen Menschen Demokratie in ihrem (Schul)Alltag leben.

Dazu gehören im Klassenrat beschlossene Aktionen wie das regelmäßige gemeinschaftliche Frühstück ebenso wie die Müll-Sammel-Aktion oder die Demokratie-Luftballons. Zur Einweihung des Siebenpfeiffer-Weges hängten die 22 Sechstklässler Zettel mit der für sie persönlich wichtigsten Errungenschaft der Demokratie an einen Luftballon und ließen diesen steigen, um ihre Botschaften zu verbreiten.

Noch bis August sind die Kunstwerke nach ihrem Debüt zum Straßen-Spektakel und ihrer Ausstellung bei Seybold-Epting im Nardini-Klinikum zu betrachten. Anschließend kehren sie an ihren Ursprungsort in die Mozart-Straße zurück und werden dort am Beginn des Siebenpfeiffer-Weges ausgestellt.