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Auch Flüchtlinge in den Syrien-Krieg schicken?

Auch Flüchtlinge in den Syrien-Krieg schicken?

Tausende Syrier flüchten zu uns, die Bundeswehr soll jetzt ihre Heimat befrieden. Warum sollen sich an dem Einsatz nicht auch Flüchtlinge beteiligen? Das haben wir die hiesigen Bundestagsabgeordneten gefragt.

Bis zu 1200 Bundeswehr-Soldaten sollen sich am internationalen Einsatz im Syrien-Krieg beteiligen (wir berichteten). Wenn Deutsche in Syrien gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" kämpfen - warum bildet man dann nicht auch syrische Flüchtlinge für den Kampf für Frieden und Sicherheit in ihrer Heimat aus, unter denen sehr viele junge Männer sind? Diese Frage wird auch in Zweibrücker Facebook-Gruppen immer wieder aufgeworfen. Der Merkur hat dazu die beiden südwestpfälzischen Bundestagsabgeordneten nach ihrer Meinung gefragt. Die Wahlkreis-Abgeordnete Anita Schäfer (CDU ) hat zwar "grundsätzlich Sympathien für diese Idee", gibt aber zu bedenken, "dass viele gerade vor Zwangsrekrutierung im syrischen Bürgerkrieg geflohen sind. Wenn man das Angebot machen würde, einen Verband nach annähernd westlichen Standards aufzustellen, in dem sich Soldaten nicht nur als Kanonenfutter fühlen könnten, würden sich vielleicht einige Freiwillige finden. Entscheidend wäre aber, dass sie wüssten, für welches Syrien sie kämpfen. Deswegen ist das Wichtigste überhaupt die internationale Einigung auf eine Lösung ohne Assad einerseits und radikale Islamisten andererseits."

Die über die SPD-Landesliste nachgerückte Angelika Glöckner schreibt: "Hier stellt sich die Frage, für wen diese syrischen Flüchtlinge kämpfen wollen/sollen und welche Legitimation sie dazu besitzen. Es kann meines Erachtens nach nicht die Aufgabe der Bundesregierung sein, eine Bevölkerung für einen Bürgerkrieg zu militarisieren. "

Anita

SchäferAngelika Glöckner