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Auch der Toten in Afghanistan gedacht

Auch der Toten in Afghanistan gedacht

Zweibrücken. "Wir sind heute hier zusammengekommen, um uns vor den Zahllosen zu verneigen, die in den Kriegen zu Opfer wurden. Weil sie direkt oder indirekte von Kriegseinwirkungen betroffen wurden", eröffnete der evangelische Militärpfarrer Andreas Liedtke die Volkstrauertagsfeier auf dem Zweibrücker Ehrenfriedhof

Zweibrücken. "Wir sind heute hier zusammengekommen, um uns vor den Zahllosen zu verneigen, die in den Kriegen zu Opfer wurden. Weil sie direkt oder indirekte von Kriegseinwirkungen betroffen wurden", eröffnete der evangelische Militärpfarrer Andreas Liedtke die Volkstrauertagsfeier auf dem Zweibrücker Ehrenfriedhof. Er erinnerte auch an die neun Soldaten aus der Zweibrücker Kaserne, die seit 2008 bei Auslandseinsätzen starben. Dadurch sei der Krieg wieder näher gerückt: "Aus der Geschichte ist wieder stärker Gegenwart geworden." "Mut und Zivilcourage", forderte der Militärpfarrer von den Menschen. Den Afghanistan-Krieg könne man zwar selber nicht beenden, die Soldaten seien jedoch durch das demokratisch gewählte Parlament entsandt worden, was jeden Bürger zu einem Mitschuldigen mache. Sieben Hofenfels-Gymnasiasten trugen "Krieg ist mein Leid" vor - Verse aus Sicht der Soldaten, wie sie den Krieg erlebten. Von Motorengeräuschen der Bomber, Schüssen aus Maschinengewehren, Granatenhagel, Verlust und Leid. Die Schülergruppe wünschte sich am Ende: "Gebt euch statt Blei zum Gruß, die Bruderhand. Soldat der Freiheit will ich gerne sein." Musikalisch wurde die Feierstunde von der Zweibrücker Stadtkapelle umrahmt. Abordnungen von Stadtverwaltung, Polizei, Bundeswehr, Feuerwehr, Volksbund Deutsche Kriegsgräber, Sozialverband VdK, Deutsches Rotes Kreuz und Marinekameradschaft Teddy Suhren legten Kränze am Ehrenmal nieder. Ein Marsch des "Nationalen Widerstands Zweibrücken" und eine spontane linke Gegenversammlung verliefen ohne Zwischenfälle. mw