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Arbeitsmarkt in der Südwestpfalz im Mai 2020

Agentur für Arbeit : Arbeitslosenquote in der Region im Mai erneut angestiegen

(red) Die Corona-Krise zeigt auch im Mai ihre Auswirkungen am Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Über die Möglichkeit der Kurzarbeit halten nach wie vor zahlreiche Unternehmen ihre Fachkräfte im Unternehmen und überbrücken so die Zeit ohne Aufträge, Lieferungen und Kunden.

Während die Kurzarbeit im ersten Halbjahr 2019 nahezu keine Rolle spielte, zahlte die westpfälzische Agentur für Arbeit 2020 nach eigenen Angaben bereits mehr als 25 Millionen Euro Kurzarbeitergeld aus. Bis zum Zähltag zur Monatsmitte ist die Zahl der arbeitslosen Menschen in der Westpfalz trotz der verstärkten Inanspruchnahme der Kurzarbeit weiter angestiegen.

Drei Faktoren waren dabei entscheidend: Es meldeten sich mehr Menschen aus der Beschäftigung heraus arbeitslos, weniger Menschen konnten die Arbeitslosigkeit mit einer Arbeitsaufnahme beenden und die Zahl der Männer und Frauen in Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung ist zurückgegangen – jeweils spürbar im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des vergangenen Jahres.

Im Mai wurden somit in der gesamten Westpfalz 19 438 Arbeitslose gezählt. Das waren 929 beziehungsweise fünf Prozent mehr als im April und 3475 beziehungsweise 21,8 Prozent mehr als im Mai 2019. Die Arbeitslosenquote lag bei 6,9 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats und 1,3 Prozentpunkte über dem des Vorjahresmonats.

„Corona bremst das Geschehen am Arbeitsmarkt auch weiter. Die Arbeitslosigkeit liegt zwischenzeitlich um mehr als 20 Prozent über Vorjahr. Wir beobachten jetzt gespannt die weiteren Entwicklungen bis zu den Sommerferien und hoffen, dass die erfolgten Lockerungen für neuen Schwung in der Wirtschaft sorgen. Damit sollten dann die Menschen, die aktuell noch in Kurzarbeit sind oder die sich vorübergehend arbeitslos melden mussten, wieder ihrer gewohnten Arbeit nachgehen können. Wir werden in den nächsten Tagen gezielt diese Menschen anrufen, um abzufragen, ob eine Wiedereinstellung in Frage kommt oder wir Alternativen ins Auge fassen müssen“, blickt Peter Weißler, Leiter der Agentur für Arbeit, auf die kommenden Wochen. Für die etappenweise Wiederaufnahme der Beschäftigung spreche der Blick auf das Arbeitsstellenangebot. Es wurden im Mai mit 628 gemeldeten Arbeitsstellen wieder 285 mehr gemeldet als noch im Monat zuvor. Das waren gleichzeitig 168 weniger als im Mai 2019. „Das Angebot an Arbeitsstellen liegt insgesamt deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. Die Zahl der in den vergangenen Wochen gemeldeten Stellen macht jedoch ein Stück Mut für die Sommermonate“, so Weißler.

In den kommenden Monaten wird die Agentur für Arbeit den Ausbildungsmarkt verstärkt in den Fokus nehmen. Auf der einen Seite sind die Schüler noch zahlreich auf der Suche nach der passenden Ausbildungsstelle. Die Betriebe auf der anderen Seite werden nach der Corona-Pause nun intensiv die Entscheidungen vorantreiben. „Ich setze darauf, dass die Ausbildungsbetriebe in der Region die Ausbildung hochhalten. Nur die frühzeitige Ausbildung des eigenen Nachwuchses sichert die Fachkräfte der Zukunft. Nachdem in den Personalabteilungen der Unternehmen in den vergangenen Wochen dieses Thema verständlicherweise zurückgestellt wurde, wird es nun wieder Fahrt aufnehmen – von der Auswahl der Auszubildenden über die Zusage des Ausbildungsplatzes bis zum Start der Ausbildung spätestens im Herbst. Ich kann nur dazu aufrufen, den zahlreich auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsbetrieb befindlichen Jugendlichen die Chance für den Einstieg ins Berufsleben zu geben“, appelliert der Leiter der Agentur für Arbeit.

Seit Oktober 2019 wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit für den Ausbildungsstart 2020 2617 Berufsausbildungsstellen gemeldet, 252 weniger als im gleichen Zeitraum des Jahres zuvor. Die Berufsberatung zählte im gleichen Zeitraum 2946 Bewerberinnen und Bewerber, 700 weniger als vor einem Jahr. „Auch wenn wir derzeit nicht vor Ort in den Schulen beraten können, sind wir für die Jungen und Mädchen in der Region ansprechbar und unterstützen diese intensiv bei der Berufswahl“, sagt Weißler. Wer noch auf der Suche sei, solle schnell einen Beratungstermin vereinbaren.

In der Stadt Zweibrücken waren im Mai 1284 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 57 beziehungsweise 4,6 Prozent mehr als im April und 244 beziehungsweise 23,5 Prozent mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist damit von 6,7 Prozent im April auf nun 6,8 Prozent gestiegen. Sie lag 1,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahresmonats.

Im Landkreis Südwestpfalz waren im Mai 2.254 Menschen bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 74 beziehungsweise 3,4 Prozent mehr als im April und 398 beziehungsweise 21,4 Prozent mehr als im Mai des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist damit von 4,2 Prozent im April auf nun 4,4 Prozent gestiegen. Sie lag 0,8 Prozentpunkt über dem Wert des Vorjahresmonats.