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Anwohner werden aktiv gegen Schleichweg-Missbrauch

Anwohner werden aktiv gegen Schleichweg-Missbrauch

Die Anwohner von Hochstraße, Am Schönhof und An der Feigenklamm erleben ein Verkehrsaufkommen ungeahnten Ausmaßes. Lösungen aus dem Dilemma sollen jetzt gesucht werden.

Viele, die aus Richtung Homburg schnell auf den Zweibrücker Kreuzberg kommen wollen, nehmen die Abkürzung über die oben genannten Straßen. Steht ein Besuch in den Fachmärkten am westlichen Stadtrand an, wählen viele vom Kreuzberg kommende Verkehrsteilnehmer gleichfalls nicht den "offiziellen" Weg durch die Stadt, sondern durch das Wohngebiet. Das gilt nicht nur für Autos, sondern auch für Laster, vor allem solche, die zur Deponie wollen, klagen die Anwohner. Und das nicht nur mit Tempo 30. Auch der Bürgersteig werde dabei permanent zur Fahrbahn gemacht.

Die Anwohner aus dem Wohnviertel wollen diese übermäßige Verkehrsbelastung nicht länger hinnehmen. Almut Caspar, Bauingenieur Rolf Petzold und Klaus Pfleiderer wollen Hauseigentümer und Mieter mobilisieren, luden zu einem Meinungsaustausch ins Gasthaus "Zum Beisl" ein. Die Resonanz war überwältigend. Mehr als 80 Betroffene kamen, diskutierten, suchten nach Lösungen und unterbreiteten der Stadtverwaltung Lösungsvorschläge. Dass die Bewohner des Viertels mit seiner einst ausgezeichneten Wohnlage verkehrsmäßig arg gebeutelt sind, konnte Stadtratsmitglied Berni Düker (SPD ) schon aus eigener Wahrnehmung feststellen. Düker gab seine Wahrnehmungen im Stadtrat (wir berichteten ausführlich) und anderen städtischen Stellen weiter. Ohne großen Erfolg. Die mittels digitaler Messtafel ermittelten Verkehrsströme waren von Chaos weit entfernt, bei den Messungen wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit in der 30er-Zone von 32 km/h ermittelt, so die Stadt. Etwas auf den Arm genommen fühlten sich die Versammlungsteilnehmer deshalb schon. Ihre Reaktionen waren entsprechend. Junge Mütter und Väter kritisierten, dass sie nicht mit dem Kinderwagen durchkommen oder schon lange nicht mehr auf der Straße mit den Kindern spielen können. Ältere Gebietsbewohner fühlen sich auf dem Bürgersteig nicht mehr sicher fühlen. Von der nervlichen Belastung durch Verkehrslärm oder -gestank einmal ganz zu schweigen.

Nach Lösungsmöglichkeit wurde gesucht und diese engagiert, aber sehr sachlich diskutiert. Mit festinstallierten Blitzern wäre den Rasern beizukommen. Falls die Stadt dafür kein Geld habe, solle man Schützenhilfe bei der Stadt Neunkirchen suchen. Dort hat ein Privatunternehmen die Blitzer installiert und wird an den Gebühreneinnahmen beteiligt, erinnerte eine Anwohnerin. Mit Parkbuchten und baulichen Umgestaltungen wären Hochstraße und Am Schönhof zu beruhigen. Die Sperrung für Laster wäre wohl die geringste Hürde. Hugo Frank, der sich bereits seit 2003 mit der Stadt wegen der Problematik auseinandersetzt, zeigte zudem eine Alternative auf, wie zumindest der Verkehr von der Sickingerhöhe besser abgeleitet werden könnte.

Eines hat der Versammlungsabend deutlich gemacht. Die Anwohner stehen zusammen und wollen nach Lösungen suchen. Diese sollen dann gemeinsam mit Stadtverwaltung und Polizei diskutiert werden. Klar ist auch, dass nicht allein die Studenten der Hochschule das Problem sind. Das Baugebiet auf dem Kreuzberg und die schon jetzt vorhandenen Gewerbeansiedlungen dort lösen Verkehrsströme aus, die nicht versiegen, sondern noch zunehmen. Am 26. Januar treffen sich die Anwohner erneut.