Lärmbelästigung Nächtliche Bässe „terrorisieren“ Anwohner

Zweibrücken · Bürger klagen: Globus-Tankstelle und Cleanpark seien seit Jahren beliebter Party-Treffpunkt feiernder Jugendlicher. Die Betreiber unternähmen zu wenig dagegen, kritisiert die Nachbarschaft.

 Die Globus-Tankstelle in der Dämmerung. Nur wenige Staubsaugerboxen sind belegt. Laut Aussagen der Anwohner kommen die jungen Leute erst nach 22 Uhr und bleiben bis in die frühen Morgenstunden. Die laute Musik sei selbst in Bubenhausen auf der anderen Seite der Autobahn zu hören.

Die Globus-Tankstelle in der Dämmerung. Nur wenige Staubsaugerboxen sind belegt. Laut Aussagen der Anwohner kommen die jungen Leute erst nach 22 Uhr und bleiben bis in die frühen Morgenstunden. Die laute Musik sei selbst in Bubenhausen auf der anderen Seite der Autobahn zu hören.

Foto: Nico Tielke

Voll aufgedrehter Bass und Techno-Musik bis spät in die Nacht. Das würde man eigentlich in einer Diskothek erwarten und nicht an einer Auto-Waschstraße. Seit Jahren aber haben Jugendliche sich die Globus-Tankstelle und den Cleanpark als nächtlichen Treffpunkt auserkoren. In den Boxen, in denen Autofahrer nachmittags den Sitzbereich ihres Vehikels aussaugen, steigen in den Abendstunden Partys mit brummendem Bass. „Ich habe da ein Stück weit Verständnis für, immerhin haben die Diskotheken in der Corona-Zeit zu“, sagt ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte. „doch das geht jetzt schon jahrelang so und ist richtiger Terror“.

Da ist er nicht der einzige, der das so sieht: Auch für einige andere Anwohner der Globus-Tankstelle und des Cleanparks in Bubenhausen sind die lauten Bässe ein Ärgernis. Sie fühlen sich um ihren Schlaf gebracht. Und das gehe an die Substanz. Hinzu komme ein Gefühl der Machtlosigkeit. Von Polizei und Ordnungsamt, die schon mehrfach verständigt wurden, und den Eigentümern der Grundstücke fühlen sie sich im Stich gelassen.

„Es ist nicht so, dass wir nichts unternehmen“, sagt Michael Ipfling, der Geschäftsführer der Globus-Tankstelle. „Wir haben Maßnahmen ergriffen“. Seit drei Wochen würden Wachleute einer externen Firma „verstärkt“ kontrollieren. Wenn diese Lärmbelästigung auf dem Grundstück feststellen, verweisen sie die Jugendlichen vom Platz. Oft werde auch die Polizei hinzugezogen. So hätte es in den letzten Wochen zwölf Anzeigen gegeben, sagt Ipfling.

Für Ruhestörungen ist eigentlich das Ordnungsamt zuständig, das solche Vergehen sanktioniert. Weil das Ordnungsamt nachts nicht mehr im Dienst ist, übernimmt die Polizei die Kontrollen – die Vergehen, die der Streifendienst beobachtet, werden dann an das Ordnungsamt weitergegeben, heißt es von Seiten der Polizei.

Rund um die Globus-Tankstelle seien die Wachmänner nicht immer vor Ort. Es werde so kontrolliert, dass die Übeltäter überrascht werden. Und das sei auch schon früher sporadisch der Fall gewesen, erklärt Ipfling.

Mercedes-Reinhard-Geschäftsführer Jan Breitinger, der Privateigentümer des Cleanparks ist, unternehme nach Beobachtungen der Nachbarschaft nichts gegen den nächtlichen Radau. Auf Merkur-Anfrage bestätigt Breitinger, dass er auf Wachpersonal am Cleanpark verzichte. Er wisse, dass Jugendlich sich dort treffen und laut sind, habe aber von den Mietern beispielsweise noch keine Beschwerden über Vandalismus bekommen. Er weist darauf hin, dass der Cleanpark videoüberwacht ist. Vorhandene Verbotsschilder sollen in Kürze erneuert werden.

Den Anwohnern ist das alles nicht genug. „Ich habe noch keine Wachleute an der Globus-Tankstelle gesehen“, berichtet jemand aus der Nachbarschaft. Er würde sich wünschen, dass Tankstelle und Cleanpark spät in der Nacht abgesperrt werden. Den Eindrücken der Anwohnerschaft nach kommen die bassliebenden Jugendlichen auch von auswärts zu dem beliebten Treffpunkt.

„Wir sind ein Wirtschaftunternehmen“, sagt Ipfling. Den Strom ab 22 Uhr abzustellen, komme nicht in Frage. Die Tankstelle biete ihren Kunden dort ja einen 24-Stunden-Service, der genehmigt sei. Die betroffenen Bereiche abzustellen, würde dem Unternehmen auch Einnahmeeinbußen bescheren. Es werde nämlich auch nachts gesaugt, sagt Ipfling.

Technomusik und Bässe sind indes nicht die einzigen Störfaktoren, die von den nächtlichen Treffs ausgehen. Anwohner beschweren sich explizit auch über das Aufheulen von Motoren oder knatternde Auspüffe. Die Fahrzeuge, mit denen die jungen Erwachsenen kämen, seien frisiert, so der Vorwurf. „Bei uns ist jeden Tag Silvester“, sagt ein Anwohner. Ein anderer spricht von „Zuständen wie im Wilden Westen“.

Die Polizei bestätigt, dass nächtliche Streifen am Treffpunkt Cleanpark vereinzelt umgebaute Fahrzeuge kontrollieren. Insbesondere darauf, ob diese den Verkehr gefährden. Laut Straßenverkehrszulassungsordnung sind Fahrzeuge im Verkehr auch nicht zugelassen, wenn durch das „Tuning“ das „Geräuschverhalten“ des Fahrzeugs verschlechtert wird.

Wenn dies der Fall ist, könne die Polizei die Weiterfahrt untersagen, sagt der Zweibrücker Polizei-Chef Matthias Mahl. In Zweibrücken ergaben sich in den letzten Monaten jedoch „keine Beanstandungen.“