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Anne-Frank-Ausstellung im Stadtmuseum Zweibrücken beendet.

Bilanz der Anne-Frank-Ausstellung : Junge Menschen haben Stadtmuseum gefüllt

1925 Besucher bei Anne Frank-Ausstellung. Sensibilisierung für Thema ist Museumsleiterin Charlotte Glück wichtiger als Besucherzahl.

„Die Ausstellung ist sehr gut“, meinte die 21-jährige Emin nach dem Besuch der Ausstellung über das Leben von Anne Frank im Zweibrücker Stadtmuseum. Gerade für junge Menschen mit Migrationshintergrund wie sie selbst sei es wichtig, etwas über diesen Teil der deutschen Geschichte zu erfahren, sagte die Schülerin der höheren Berufsfachschule der Zweibrücker Berufsbildenden Schule.

Und sehr viele junge Menschen nutzten die Chance, um sich über das Leben des 1929 geborenen und 1945 im Konzentrationslager getöteten jüdischen Mädchens zu informieren. 1239 junge Menschen von der Berufsschule, des Hofenfels- und Helmholtz-Gymnasiums, der Herzog-Wolfgang-Realschule, der IGS in Contwig, der Canadaschule, vom Internationalen Bund, von der Volkshochschule, von der Hochschule und Konfirmanden besuchten die Ausstellung.

Damit habe die Ausstellung ihr Ziel erreicht, stellte die Leiterin des Stadtmuseums, Charlotte Glück, „sehr zufrieden“ fest. Die Museumsleiterin freute sich zwar auch über die große Besucherzahl, vor allem von jungen Menschen. „Wichtiger ist aber, dass die Besucher für das Thema sensibilisiert werden.“ Die Aufklärung über Diskriminierung und die Folgen von Intoleranz sei ein Beitrag zur Demokratieerziehung, betonte Glück den pädagogischen Ansatz der von Anne Frank Zentrum (Berlin) konzipierten Ausstellung.

Insgesamt zählte die Ausstellung seit der Eröffnung am 17. November bis zum Ende am 16. Dezember 1925 Besucher. Dabei wurden 73 Führungen angeboten. Auch fast 300 Leute informierten sich ohne Führung. 85 waren beim Vortrag von Roland Paul über das Leben und Schicksal junger Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. „Für eine nur vierwöchige Ausstellung ist das eine sehr große Zahl.“ Damit ist die vom Bezirksverband finanzierte Ausstellung eine der best besuchtesten Ausstellungen des Stadtmuseums. Zur Ausstellung über den Ersten Weltkrieg 2015 kamen 1423, zur Barbie-Ausstellung 2012 kamen 1930 und zur mehrmonatigen Landesausstellung Wiege der Könige 2010 kamen rund 7300. „Eine solche Ausstellung ist wichtig, um zu verstehen was damals passierte“, sagte Lisa, ebenfalls Schülerin der höheren Berufsfachschule. Vor allem weil neben den historischen Teil im zweiten Teil auch Parallelen zu heute aufgezeigt wurden. „Das hat der Philipp gut gemacht“, lobte sie den Mitschüler, der als einer von 30 so genannten Peer-Guides Gleichaltrige durch die Ausstellung leitete.

„Das ist ein Teil des Konzepts der Ausstellung“, erklärte die Museumsleiterin. Jugendliche sollen Jugendliche durch die Ausstellung begleiten. Davon würden die jungen Menschen doppelt profitieren, sagte Glück. Zum einen würden sie durch das vom Anne Frank Zentrum vorgeschaltete Seminar intensiver über das Thema informiert und sie würden lernen, das erlernte Wissen weiterzugeben.

„Ich konnte schon vorher gut mit anderen umgehen“, sagte Philipp nach seiner sechsten Führung. Bei der Ausbildung zum Peer Guide habe er die Möglichkeit gehabt, das noch zu verbessern. Darüber hinaus habe er noch mehr über die Zeit des Nationalsozialismus gelernt. Vor allem auch über die Parallelen zu heute. „Die sollte uns allen bewusst werden.“ Die Mitschülerin Emin nickte dabei zustimmend.