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Angelika Godaus neuer Krimi "Maimorde"

Buchkritik „Maimorde“ : Liebe, Leidenschaft und Mord in der Pfalz

„Maimorde“, das neue Buch der Zweibrücker Auorin Angelika Godau, verbindet Krimi, Lokalkolorit und Frauenbilder.

Die Zweibrücker Autorin Angelika Godau hat mit ihrem neuen Krimi „Maimorde“ eine sehr spannende Krimigeschichte geschrieben. Mit der Protagonistin Melanie Kreuzer steht eine moderne, akademisch gebildete Frau im Mittelpunkt, die ihren Beruf als Anwältin liebt und ihn auch gerne weiter ausüben möchte, wären da nicht ihr Mann und ihre Schwiegermutter, die, wie so oft in einem Frauenleben, etwas anderes von ihr erwarten, als sie eigentlich leben möchte. In diesem Kontext spielt sich auch die Verquickung der verschiedenen handelnden Personen ab.

Mit Tabea Kühn und ihrem Kollegen Sandmann ermittelt auch wieder das bewährte, bekannte Team. Tabea, auch hier wieder eine moderne, taffe Frau, die als Oberkommissarin und Ermittlerin bei der Kriminalpolizei ihre Karriere lebt , allerdings frei und unabhängig.

Die doch sehr auseinander driftenden Lebensentwürfe der beiden im Mittelpunkt des Geschehens stehenden Frauen stechen deutlich hervor. Dabei haben sie doch die gleichen Grundvoraussetzungen wie Bildung und den Willen, sich in einem interessanten Beruf als Frau mit Kompetenz zu verwirklichen.

Melanie soll, geht es nach Mann und Schwiegermutter, für Nachswuchs in der Familie sorgen. Dieser Plan misslingt, da sich auch nach Jahren und vielen Untersuchungen und Tests keine Schwangerschaft einstellen will.

In all den Jahren in denen Melanie ihren Beruf aufgeben musste, (damit sie entspannt schwanger werden kann), verzweifelte sie mehr und mehr. Einziger Trost ist die Wodkaflasche. Der Ehemann amüsiert sich derweil mit Julia, der Frau seines besten Freundes Doktor Brandt. Für Julia war die Affäre mit Roger, dem Mann ihrer besten Freundin, wenn überhaupt, dann bestens Sex. Melanie allerdings fand heraus, was die beiden, die eigentlich ihre Vertrauten sein müssten und auf deren Unterstützung sie immer glaubte bauen zu können, so trieben. Ihre Enttäuschung war riesengroß ihr Hass war weltumspannend und sie schmiedete Rachepläne. Da kam ihr ihr Schwager Torben gerade recht, er hatte sie immer bewundert und bedauerte, dass sie in dieser Familie versauerte, wie er sagte…

Nach einem Vorfall bei der feinen Gesellschaft von Bad Dürkheim, Melanie war so betrunken, dass man sie wegschafften musste, wurde sie in eine Zweibrücker Spezialklinik eingeliefert. Hier, weg von zu Hause und allen Bekannten, traf sie auf viel Verständnis und auch auf Unterstützung und begann eine folgenreiche Affäre mit dem Pfleger Henning, der sich wohl gerne darauf einließ und ihr sagte, wie sehr er sie liebte und auch alles für ihr Wohlergehen tun würde.

Zurück zuhause stellte sie überrascht fest , dass sie schwanger war, eine Gelegenheit, ein Spiel der Rache zu spielen mit ihrer Schwiegermutter und ihrem Gatten Roger.

Doktor Brandt weist sie bei der Untersuchung darauf hin, dass das Kind Schädigungen durch ihrern Alkoholabusus haben könnte. Er sagt dies nur einmal, denn am Abend ist er tot, getroffen durch einen Schuss in den Kopf. Tabea und ihr Team ermitteln, auch der Deketiv Mehnke, der Brandt mal wieder zufällig gefunden hat. Weitere Morde spielen sich im Umfeld von Melanie ab, der Verdacht fällt immer wieder auf denjenigen der sie liebt, den Pfleger Henning, der alles für sie tun würde.

Besonders der, wie man in der Palz sagt, dabbische Detektiv Mehnke mit Alli sorgt immer wieder für Lacher beim Leser. Trotzdem ist der Detektiv ein schlauer Ermittler und es gelingt mit seiner Hilfe, Licht in das Verwirrspiel zu bringen und letztlich den Mörder zu überführen.

Dass der Krimi die persönliche Lebenssituation der agierenden Frauen äußerst genau beschreibt ist bemerkenswert, die Lebensentwürfe von Frauen, die auch zum Teil heute noch fremdbestimmt sind und somit auch Frauen kaputt machen können. Ganz klar sind hier die emanzipatorischen Bestrebungen mit berücksichtigt. Trotzdem: Ein Krimi bleibt ein Krimi und dieser ist spannend und auf jeden Fall zum Lesen sehr zu empfehlen.

„Maimorde“, Angelika Godau, Dirk-Laker-Verlag, 13 Euro.