Kabarett in der Alten Feuerwache Schwäbische Urlaubsfantasien

Zweibrücken · Der Stuttgarter Comedian Alois Gscheidle widmete sich bei seinem Auftritt in Zweibrücken der schönsten Zeit des Jahres.

Wie „besonders engagierte Bergwanderer“ den Berg bezwingen, zeigte Alois Gscheidle, dem Publikum gleich zu Anfang.

Wie „besonders engagierte Bergwanderer“ den Berg bezwingen, zeigte Alois Gscheidle, dem Publikum gleich zu Anfang.

Foto: Ralf Linn

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, heißt es. Und Alois Gscheidle erzählte. In der Multifunktionshalle des Helmholtz-Gymnasiums stellte der Stuttgarter Kabarettist einem sichtlich amüsierten Publikum seine Urlaubsideen vor – mit all den skurrilen Situationen, die einen Urlauber dabei erwarten.

Wo gange mr na?“ nennt sich das Bühnenprogramm des Alleinunterhalters, mit dem das Zweibrücker Kultur- und Verkehrsamt am Freitag in seine Gastspiel- und Theatersaison startete. Knapp 40 Besucher widmeten sich dabei mit Gscheidle den kniffligen Fragen wer, wann, wie und wohin will. Und selbstverständlich ließ er bei seinen „Reiseerzählungen“ kein Klischee aus. So hielt er gleich schon mal fest, dass Holländer in der Urlaubszeit anscheinend die ganze Welt bevölkerten und dass das Thema Urlaub für einen sparsamen Schwaben ja eher untypisch sei.

Pointiert widmete sich Gscheidle „den Erlebnissen seiner Urlaubsreisen“, zu denen er auf der Bühne auch stets die passende Bekleidung parat hielt. Und irgendwo fand sich in seinen Ausführungen sogar Hintergründiges. Denn vielleicht fühlte sich so mancher bei den völlig überzeichneten Situationsbeschreibungen ein wenig an das ein oder andere eigene Urlaubserlebnis erinnert.

So etwa an den betörenden Duft verschwitzter Kleidung und Schuhe im Trockenraum einer Berghütte oder an den vergeblich gesuchten Ausblick aufs Meer in einer Bettenburg. Nein, für den selbsternannten Urlaubstester kam Bergwandern ebenso wenig als Familienurlaub in Frage wie eine Pauschalreise für einen entspannten Urlaub. Beim Ausflug mit dem Auto an die Nordsee habe er dagegen angesichts der Rechts-Links-Schwäche seiner Ehefrau bereits an der ersten Autobahnkreuzung an eine mobile Niederlassung eines Scheidungsanwalts gedacht, so Gscheidle weiter.

Andererseits konnte der schwäbische Kabarettist auch jedem Urlaub Positives abgewinnen. So komme man auch als gemütlicher Bergwanderer vor den sportlichen Gipfelstürmern an der Hütte an, wenn man den Lift benutzt. Die Wattwanderung mit seiner Ehefrau habe durchaus ebenfalls ihre lustigen Seiten gehabt – zumindest für ihn. Und schließlich habe ihm das „Buffet-Watching“ einer Pauschalreise die Möglichkeit geboten, mitzuerleben, wie man mit einem Teller Pfannkuchen fast bis zum eigenen Tisch kommt. Immer wieder hatte Gscheidle dabei auch „nützliche Tipps“ parat. So etwa den Vorschlag, das Auto statt auf dem überteuerten Flughafenparkplatz beim nächsten Pfandhaus abzugeben und nach der Rückkehr wieder einzulösen. Und die Oma könne man während der eigenen Urlaubsreise statt in Kurzzeitpflege ja auch auf eine Kreuzfahrt schicken. Das sei vielleicht günstiger und angesichts des Durchschnittsalters auf solchen Urlaubsreisen für sie bestimmt auch unterhaltsamer.

Natürlich machte der schwäbischer Urlaubstester auch einen Campingurlaub und einen Städtetrip nach Paris. Letzteren wollte er eigentlich mit der Bahn machen, gestand er. Aber die kam nicht.