Alle waren gut

Rund 100 Zuschauer verfolgten den dritten Zweibrücker Vorlesewettbewerb für Erwachsene in der Hochschulbibliothek – und kürten am Ende die Sieger. Die Wahl viel schwer.

Am Ende hatte das Publikum die Qual der Wahl. Punkte vergeben für zehn Finalisten des Vorlesewettbewerbs für Erwachsene , veranstaltet von den Zweibrücker Bibliotheken. Zum dritten Mal fand die Veranstaltung statt und die rund 100 Zuschauer erwartete am Mittwochabend in den Räumen der Zweibrücker Hochschulbibliothek eine Zehnerpackung an anspruchsvollen Lesedarbietungen. Zehn Finalisten hatten je sechs Minuten Zeit, um aus ihrer favorisierten Lektüre Ausschnitte zum Besten zu geben.

Und da erwartete das Publikum ein breites Angebot. Angefangen bei einer Bibellesung von Cordula von Waldow, welche die Fußwaschung aus dem Buch Johannes wiedergab. Sie schaffte es, das Thema spannend, kurzweilig und erlebbar zu präsentieren. Den "Karneval der Tiere" von Roger Willemsen hatte Nigar Wolf Bayri dabei und las zwei Kapitel aus dem Buch - humorvolle und gleichzeitig nachdenkliche Passagen. Nachdenklich auch der Auftakt von Hans Jürgen Voigt, der Erich Kästners "Als der nächste Krieg begann" las. Gabriel Laubs "Gespräche mit dem Vogel" hatte Gerhard Rinsche im Gepäck und las mit jeweils veränderter Stimme den Raubvogel und den Besucher eines Zoos, welche sich im Zwiegespräch befinden. Rita Folz widmete sich daraufhin einem Eifelroman von Ute Bales und fesselte ihr Publikum über die volle Lesezeit. "Die Sehnsucht nach der guten alten Oma" weckte Christina Schwender mit der gleichnamigen Novelle von Ingrid Boucha bei vielen Zuhörern im Publikum, während Margit Schillo und Burkhard Henke als Leseduo die makabere Geschichte "Der Tod in der Thermosflasche" von Hansjörg Martin wiedergaben. Jürgen Japtok hatte Literatur von Nobelpreisträger William B. Yeats mitgebracht und las aus "Die geheime Rose". Wie man kriminelle Energie bei Versicherungsfällen entwickeln kann, las Christel Sprau aus Horst Evers Roman "Für Eile fehlt mir die Zeit", bevor schließlich Jutta Reister mit "Märchen aus 1001 Nacht" die Runde komplettierte.

Das Publikum musste nun Punkte vergeben und so den Sieger ermitteln. Am Ende schafften es Jutta Reister als Drittplatzierte, Jürgen Japtok auf Platz zwei und Margit Schillo und Burkhard Henke als Gewinner auf das Siegertreppchen und nahmen aus der Hand von Sigrid Hubert-Reichling, Leiterin der Biblioteca Bipontina, die Urkunden und Präsente entgegen. Hubert-Reichling betonte ausdrücklich, mit Blick auf die Teilnehmer insgesamt: "Alle waren gut!" Der Applaus des Publikums bestätigte dies.