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Alexanderskirche Nacht der Lichter

„Nacht der Lichter“ : Taizébesucher trotzen dem Sturm

Trotz des Wetters war die Alexanderskirche bei der „Nacht der Lichter“ recht gut gefüllt. Geigenklänge schufen eine ganz besondere Stimmung zu meditativen Liedern in der von Kerzenschein erhellten Kirche. Die Jahreslosung lud zum Nachdenken und Nachspüren ein.

„Wir freuen uns sehr, dass trotz des Sturms so viele Menschen gekommen sind. Das zeigt, welche Bedeutung die Nacht der Lichter für viele hat“, stellten die Gastgeber, Pfarrer Günter Sifft und Lothar Klein vom Allgemeinen Hospiz- und Palliativberatungsdienst Südwestpfalz, fest. Gut die halbe Kirche war dennoch besetzt. Zur Ruhe kommen, zu sich selbst finden, Botschaften in meditativen Gesängen verinnerlichen – das sind für viele Menschen die Motivationen, einen Taizé-Gottesdienst zu besuchen.

In diesem Jahr wurden sie für ihre Treue mit wunderschönen Klängen belohnt, denn diesmal begleiteten neben Heike Sifft am Klavier auch zwei Geiger, Gisela und Andreas Süßmuth, die Gesänge. In der von mehr als 200 Teelichtern und den Bienenwachkerzen in den Händen der Besucher erleuchteten Alexanderskirche entstand so eine wundervolle, einzigartige Stimmung. Sie trug, neben dem geistlichen Impuls von Günter Sifft, maßgeblich dazu bei, dass gelang, was das Motto des Abends vorschlug: Sich mit dem Wesentlichen verbinden. Dies sei in unserem hektischen Alltag mit seinen vielfältigen Anforderungen eine Herausforderungen. Im Mittelpunkt der geistlichen Betrachtung stand, wie bei jeder „Nacht der Lichter“ im Frühjahr, die Jahreslosung: Ich glaube, hilf meinem Unglauben! In einer Zeit schier unendlicher Meinungsvielfalt sei dies wirklich eine wesentliche Frage: Wem kann ich glauben? Den Leuten, die sich von derselben Wahrheit angezogen fühlen, wie ich selbst? Sodass andere, die anderer Meinung sind, automatisch in die Position des Gegners rückten? Oder einzig und allein dem, was ich selbst an Gewissheit habe? Worauf würde ich in einer Notsituation wirklich vertrauen?

Günter Sifft verdeutlichte: „Jeder lebt in seiner eigenen Welt, nicht nur in der Facebook-Blase. Es ist wichtig, sich darüber hinaus zu öffnen und zu erkennen, dass jeder Mensch aus derselben Quelle stammt und zu dem demselben Ziel unterwegs ist. Liebe ist die Verbindung mit dem Wesentlichen.“ Festzustellen, „es muss nicht alles immer so sein, wie ich es sehe“, sondern die Welt ganzheitlich zu betrachten, schaffe Entwicklung und Heilung.

„Die Verbindung miteinander zu erkennen, ist oft genug ein Grund zum Staunen“, bekannte der Pfarrer. Dazu lud auch die Stille zwischen den Liedern und kurzen Texten ein, als Raum, „wo wir uns Zeit nehmen und schauen, was geschieht“. Entsprechend ausgewählt waren die Lieder, die diesmal hauptsächlich in Deutsch erklangen, wie „Du bist der Gott der Hoffnung“ oder „Behüte mich Gott, ich vertraue Dir“. Dazu auf Italienisch: „Der Herr gibt dir neue Kraft.“ An dem abschließenden offenen Singen nahmen alle teil und viele tauschten sich anschließend bei Tee und Knabbereien über den bewegenden Abend aus.