1. Pfälzischer Merkur
  2. Zweibrücken

Aktion „Gelbes Band“ sucht Obstbäume in Zweibrücken und Umgebung

Aktion „Gelbes Band“ sucht weitere Obstbäume in Zweibrücken und Umgebung : Bäume zum Abernten gesucht

Bereits 2020 war die spontane Aktion „Gelbes Band“, das dazu einlädt, Obstbäume ohne Nachfrage kostenfrei für den Eigenbedarf abzuernten, ein Erfolg. Nun suchen die Organisatoren auch Bäume in Privatbesitz. Besonders begehrt sind Kirschen, um die Vielfalt zu erweitern.

„Dieses Jahr sind wir früher dran und planen schon für die Erntesaison“, informiert Stefan Paul, Initiator und Sprecher der Bürgerinitiative „ZW vernetzt“. Das Projekt „Gelbes Band“ betreuen Barbara Danner-Schmidt aus Oberauerbach und Klaus Fuhrmann aus Rimschweiler für die Gruppe. Unabhängig voneinander stolperten die beiden engagierten Naturschützer 2020 über einen Bericht im SWR und stießen bei „ZW vernetzt“ auf Begeisterung.

Obwohl das Obst bereits reif war, konnten dank zahlreicher helfender Hände und guter Vernetzung in kurzer Zeit in und um Zweibrücken an zwölf Standorten mehr als 120 Bäume, hauptsächlich Äpfel, markiert werden. „Iss mich“, lädt ein Gelbes Band ein, das um den Baumstamm geknotet ist. An so markierten Bäumen darf das Obst ohne Rücksprache kostenfrei für den Eigenbedarf geerntet werden.

Barbara Danner-Schmidt erklärt: „Die Aktion ‚Gelbes Band’ setzt ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für die Wertschätzung regionaler Lebensmittel.“ Leider komme es immer wieder vor, dass Obstbäume nicht abgeerntet würden und das reife Obst verrottet, während das Obst, das es – meist unter Plastik verpackt – im Supermarkt zu kaufen gibt, teilweise um die halbe Welt geflogen wird. Ein Unding in Zeiten von Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Dafür verkommen jedes Jahr in der Erntesaison Unmengen von Obst auf Streuobstwiesen mangels Wertschätzung. „ZW vernetzt“ ist sich einig: „Dabei ist dieses heimische Obst, das nicht von weit weg und mit viel Verpackung zu uns transportiert werden muss, viel zu wertvoll, um es ungenutzt verfaulen zu lassen.“ Zumal es, im Gegensatz zu dem Plantagenobst in den Supermärkten, zumeist auch frei sei von Spritzmitteln und Pestiziden sowie einer zusätzlichen Wachsschicht, um das Transportobst vor dem Verderben zu schützen.

„Der UBZ hat dafür Ausgleichsflächen für Neubaugebiete zur Verfügung gestellt“, bedankt sich Barbara Danner-Schmidt beim Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken sowie dem Bauamt. Auch in diesem Jahr stellt der UBZ das gelbe Markierungsband zur Verfügung. Unter anderem die Bäume in der Fasanerie, an der Ausfallstraße von der Hochschule in Richtung Mörsbach oder Flächen in Oberauerbach durften markiert und entsprechend ohne vorherige Rückfragen abgeernetet werden. „Das kam gut an“, bestätigen Barbara Danner-Schmidt und Klaus Fuhrmann. Beide haben sich der Leader-Aktionsgruppe „Pfälzerwald plus“ als Gäste angeschlossen.

Das Projekt „Gelbes Band“ wurde als Ernteprojekt 2020 mit dem Bundespreis ausgezeichnet. Barbara Danner-Schmidts Sohn Felix postete die Oberauerbacher Standorte auf Facebook und erhielt begeisterte Rückmeldung. Kontrollen überall zeigten: Die Aktion wird gut angenommen. Etliche Bäume wurden sogar vollständig leer gepflückt, unter anderem auch an der Straße von Ernstweiler zum Tierheim. Diese Bäume sind zum Teil in Privatbesitz der Familie Reister, die dahinter im Ernstweilertal ihre Islanspferde-Jungherde weidet.

Diesem guten Beispiel folgend, will das Duo in diesem Jahr zusätzlich zu den öffentlichen Streuobstwiesen des UBZ und den Straßenbäumen vermehrt auch Privatleute motivieren, um ihre lediglich als Bienenweide genutzten Obstbäume der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen und das Obst zum Genuss frei zu geben. Barbara Danner-Schmidt hat deshalb alle Ortsvorsteher der Zweibrücker Stadtteile und des Umlandes angeschrieben.

Während einige Ortsvorsteher bereits Unterstützung signalisierte, stehen andere Rückmeldungen noch aus. Einzig Achim Ruf, Stadtratsmitglied aus Mörsbach, nannte zwei Flächen mit insgesamt etwa 200 Bäumen. „Hier müssen wir die Zugänglichkeit noch prüfen“, bestätigt Klaus Fuhrmann. Er bedauert: „Unsere Hoffnung war, dass für die Vielfalt eventuell ein paar Kirschbäume hinzukommen, hat sich bisher nicht erfüllt.“ Grundsätzlich sei jedoch jedes Obst willkommen.

Wer also Obstbäume zur Ernte freigeben will, kann sich per Mail unter barbara.danner-schmidt@zw-vernetzt.de bei der Oberauerbacherin melden. Natürlich könne auch jeder selbst ein gelbes Band an den Baum knoten. Sie gibt allerdings zu bedenken: „Wenn wir die Standorte über ‚ZW-vernetzt’ sammeln, können wir unter anderem über die Homepage die Standorte anzeigen.“ Eine entsprechende Karte wurde bereits für 2020 erstellt und gab auf einen Blick Auskunft darüber, wo in Zweibrücken überall geerntet werden darf.

www.zw-vernetzt.de

www.zugutfuerdietonne.de