AHPB Südwestpfalz : Ein Wasserfall irischer Lebensfreude

Das Konzert des Musik-Ensembles Assana auf Einladung des AHPB Südwestpfalz begeisterte in Pirmasens rund 100 Zuhörer. Ausgefallene Stücke und original irische Instrumente brachten Lebensfreude von der grünen Insel mit.

Irland lag vergangene Woche mitten in Pirmasens, genauer gesagt, in der Lutherkirche. Hier ließen sich knapp 100 begeisterte Zuhörer von dem jungen Musik-Ensemble Assana mit irischer Musik in eine andere Welt versetzen. Der Ambulante Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst (AHPB) Südwestpfalz hatte zu diesem Konzert eingeladen, unterstützt von dem Pirmasenser Kultur-Verein.

Es war die dritte von über 20 Veranstaltungen, mit denen der AHPB sein 20-jähriges Bestehen hatte feiern wollen, jedoch von den Corona-Maßnahmen daran gehindert worden war. Umso spürbarer waren Heiterkeit und Lebensfreude, welche die fünf leidenschaftlichen Vollblut-Musiker mit ihren Klängen vermittelten. Zwei Stunden lang brachten sie mit den irischen Rhythmen ihr Publikum dazu, mitzuwippen.

Assana-Leiter Walter Lelle, Dozent an der Emmerich-Smola-Musikschule in Kaiserslautern, aus der die Gruppe hervorgegangen ist, hatte die fast 20 Stücke quer durch die unterschiedlichen Genres der irischen Musik ausgewählt – von Tänzen wie rasanten Jigs und Polkas oder rhythmisch verzwickten Hornpipes bis hin zu Balladen und Songs. Ruhig fließende, melodisch-besinnliche Stücke wechselten mit rasanten, mitreißenden und rhythmischen Werken.

Titel wie „Far away in Australia“ berichteten von Auswanderung und Fernweh. Im Wechsel mit reinen Instrumentalstücken ließ immer wieder Carina Müller ihre helle, wandlungsfähige Stimme erklingen und verursachte die eine oder andere Gänsehaut. Gleich zu Beginn „erzählte“ sie mit dem Song „Tunnel Tigers“ ein Stück Dokumentar-Geschichte über den Bau der Londoner U-Bahn von 1936 bis 1963, zu dem zahlreiche Iren zwangsverplichtet waren.

Dramatisch endete das gefühlvoll interpretierte Liebeslied „Step it out Mary“, in dem eine bildschöne und hochintelligente Frau mit ihrem geliebten Soldaten den Freitod sucht, als ihr Vater sie anders verheiraten will. Die irische Musik wirkt lautmalerisch. Konnte man bei den Tänzen oder Trinkliedern vor den inneren Augen sich drehende Paare oder Whiskey schlürfende Menschen sehen, entführten andere in Irlands grüne Natur mit ihren Wasserspielen.

Assana bedeutet auf Gälisch „Wasserfall“. Insbesondere die irische Harfe, meisterlich gespielt von Chiara Müller, brachte Tropfen zum Perlen und Bäche ins Fließen. Sie wurde mit spezieller Harfen-Kompositionen klanglich ebenso inszeniert, wie etwa Walter Lelles „Uilleann Pipes“, der irische Dudelsack, der, im Gegensatz zum schottischen Pendant, im Sitzen gespielt wird. Der schnarrende, nasale Klang auf dem professionell und mit Herzblut gespielten Instrument bereicherte dabei nicht nur den Jig „The Piper’s Chair“, sondern fast jedes Stück.

Virtuose Auftritte mit rasanten Läufen spiegelten die Fingerfertigkeit von Paula Braun mit ihrer Tin Whistle (eine einfache Schnabelflöte mit sechs Fingerlöchern), oft im Duett mit Walter Lelle auf seiner ebenfalls hellen, kleinen oder der „Lower Whitsle“ im Tenor.

Hingebungsvoll lieferte Gitarrist Jakob Wüst meist das rhythmische Gerüst. Irene Berndt und Angelika Hoffmann aus Kaiserslautern genossen den Abend und waren besonders angetan von Singstimme und Harfe. Sie sind sich einig: „Es war ein wunderschönes Erlebnis und hat sehr gut getan.“

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