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Ärger um Baumfällungen in Mittelbach

Ärger um Baumfällungen in Mittelbach

Das Forstamt fällt derzeit in Mittelbach in größerem Stil Bäume, die gefährlich über die angrenzenden Häuser hängen. Eine Maßnahme, die so manchen Bürger entsetzt, auch weil im Vorfeld in den Augen mancher zu wenig darüber informiert wurde.

Eine große Schneise teilt seit einigen Tagen den Waldzug in der Straße "Am Fichtenhain" in Mittelbach . Laut Revierförster Daniel Rolland ist sie Teil einer Maßnahme, mit der Häuser und Grundstücke entlang des Hangs von Hausnummer 34 bis 52 gesichert werden: "Wir haben hier einen sehr steilen Wandhang mit einem Laubholzbestand und durchschnittlich dreißig Meter hohen Bäumen. Diese hängen in Richtung der angrenzenden Häuser über und stellen eine Gefahr dar." Doch viele Bürger sind entsetzt über den Kahlschlag. "Die Menschen rufen bei mir an und fragen, was das soll", empört sich der Mittelbacher Ortsvorsteher Kurt Dettweiler, "Ich selbst wusste auch von nichts und finde den Kahlschlag heftig. Normalerweise wird jeder Baum einzeln thematisiert."

Rolland hingegen hält die Maßnahme für angemessen. Auf Merkur-Anfrage erklärt er: "Der Baumbestand ist so hoch, dass selbst Bäume in der oberen Hälfte des Hangs drohen, auf Häuser zu fallen. Ich bin deswegen mehrfach von besorgten Anwohnern kontaktiert worden und habe die Maßnahme bereits vor zwei Jahren ins Auge gefasst. Die Eschen in dem Waldzug sind außerdem von einem Pilz befallen, der die Bäume schwächt. Ich bin vor allem aus versicherungstechnischen Gründen angehalten, hier zu handeln." Gerhard Herz, Vorsitzender des Naturschutzbundes Zweibrücken, stimmt Rolland zu: "Natürlich sollte man immer bemüht sein, Bäume zu erhalten. Allerdings besteht hier eine reelle Gefährdung der Sicherheit und es ist Aufgabe des Verwalters, diese zu beseitigen. Eine Sicherung ist nur möglich, indem man den ganzen Wald fällt." Herz begrüßt die Bemühungen des Forstamts zur Wiederbegrünung des Hangs: "Da die Wurzelstücke stehen bleiben, werden diese wieder neu austreiben. Einige kleine junge Bäume bleiben ebenfalls stehen. Das Forstamt hat sich außerdem bereit erklärt, einige Büsche zu pflanzen. In zwei bis drei Jahren wird der Hang dann wieder begrünt sein."

Dettweiler hätte sich trotzdem gewünscht, dass man ihn und die Bürger im Voraus bei einer Versammlung über die Pläne informierte. Auch Grünen-Stadtratsfraktionschef Norbert Pohlmann kritisiert: "Wer einen fachlich und sachlich begründeten Kahlschlag umsetzen will, darf nicht Anwohner und Gemeinde umgehen." Rolland ist sich diesbezüglich allerdings keiner Schuld bewusst: "Die betroffenen Anwohner haben, wenn auch kurzfristig, ein Schreiben erhalten, in dem sie über die Fällarbeiten informiert, wurden."