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Ärger über Abholzung in Storchenstraße

Anwohner sauer : Rechtswidrig abgeholzt und Vögel vertrieben?

Mit den Bäumen verschwand auch das Vogelgezwitscher: Eine großflächige Rodung an der Storchenstraße hat für Unmut bei einigen Anwohnern gesorgt.

Und plötzlich war das Wäldchen weg. Holzfäller hatten in der letzten Februarwoche zwischen Storchenstraße und der Straße An der Feuerwache parallel zum Bahneinschnitt ganze Arbeit geleistet. Auf dem etwas mehr als 2000 Quadratmeter großen Privatgrundstück wurden fast alle Bäume und das bis dahin üppig wuchernde Gesträuch beseitigt. Die Anwohner waren überrascht, einige bedauerten gegenüber dem Pfälzischen Merkur, so des Blickes ins Grüne und des Vogelgezwitschers – einige der Naturfreunde wollten Lerchen und sogar eine Nachtigall gehört haben – beraubt worden zu sein. Es blieben Fragen: Darf hier überhaupt gerodet und damit der Lebensraum von Tieren zerstört werden? Braucht es dafür nicht wenigstens eine Genehmigung?

Nein, antwortete jetzt der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung. Petra Alms aus dem Vorstandssekretariat teilte per E-Mail mit: „Eine Genehmigung seitens der Naturschutzbehörde war nicht erforderlich.“ Und: „Aus naturschutzfachlicher Sicht war die Rodung rechtens.“ Der UBZ nimmt für den Stadtbereich Zweibrücken die Aufgaben der Unteren Naturschutzbehörde gemäß Bundes- und Landesnaturschutzgesetz wahr. Hingegen hielt sich das Zweibrücker Forstamt für nicht zuständig. Laut Behörde hätte es bei solcherart Aktionen auch auf einem Privatgrundstück ab 2000 Quadratmetern Größe gefragt werden müssen, jedoch handele es sich in diesem Falle bei dem Bewuchs um keinen Wald im buchstäblichen Sinne, wie es seitens des Forstamtes hieß.

Warum überhaupt gerodet wurde, bleibt indes unklar. Anwohner vermuten, dass das rigorose Abholzen die Vorstufe einer bald beginnenden Bebauung des ausgewiesenen Mischgebiets sein könnte. Denn ein Mischgebiet dient laut Baunutzungsverordnung „dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben, die das Wohnen nicht wesentlich stören“. Jedoch liegen der Stadtverwaltung nach Informationen unserer Zeitung derzeit weder Bauanträge noch anderweitige Planungen für das kahlgeschlagene und geräumte Areal vor.