Aaron Holaus: Ortsvorsteher-Kandidat in Mittelbach-Hengstbach Oldtimer, alte Mopeds und ein Traktor

Zweibrücken · In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur die sieben Kandidaten vor, die bei der Wahl am 9. Juni in den Zweibrücker Vororten für das Amt des Ortsvorstehers kandidieren. Heute Aaron Holaus (FWG), der in Mittelbach-Hengstbach antritt.

Mit seinem Golf Cabrio aus dem Jahr 1992 fährt Aaron Holaus über die Landstraße.

Mit seinem Golf Cabrio aus dem Jahr 1992 fährt Aaron Holaus über die Landstraße.

Foto: Samira Zimmermann

Als gelernter Kfz-Meister hat Aaron Holaus eine Liebe für Oldtimer. Sein kleiner Fuhrpark besteht aus zwei Oldtimer, mehreren alten Mopeds und einem Traktor. Alte Dinge, die eigentlich bereits abgeschrieben sind, wieder zum Leben zu erwecken: Dafür kann sich der 36-Jährige begeistern. Besonders wichtig ist ihm, dass auch sein zweijähriger Sohn lernt, Dinge zu reparieren. Der hilft deshalb auch schon im jungen Alter mit und reicht seinem Papa die Werkzeuge.

„Meine Autos sehen eigentlich keine Werkstatt, außer meine eigene“, erzählt Holaus. Seinen ersten Oldtimer, einen Golf Cabrio aus dem Jahr 1992, hat er vor rund zehn Jahren gekauft. Durch die Familiengründung bleibe aktuell aber nicht allzu viel Zeit für das Hobby. „Das läuft dann nach Lust und Laune“, erklärt der 36-Jährige.

Bereits mit 17 Jahren hat Holaus sein Hobby zum Beruf gemacht, indem er eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolviert hat. „Das war mir aber letztendlich nicht genug“, erklärt der 36-Jährige. Deswegen hat er sich zum Techniker und zum Meister weiterqualifiziert. Im Anschluss daran hat sich für Holaus die Möglichkeit ergeben, in Stuttgart bei Porsche anzufangen. „Als es darum ging, sesshaft zu werden, hat man aber gemerkt, welche Vorteile die Heimat bietet“, erklärt der Ortsvorsteherkandidat. 2017 ist er dann zurückgekehrt, weil er eine Stelle bei Kubota gefunden hat. „Jetzt haben wir hier in Hengstbach gebaut und eine Familie gegründet“, sagt Holaus, der in Mittelbach aufgewachsen ist.

Fähigkeiten, die beim Restaurieren von Oldtimern gebraucht werden, will Holaus auch als Ortsvorsteher einsetzen. „Ich bin jemand, der aus der Praxis kommt“, erklärt er. Die handwerklichen Fähigkeiten setze er deshalb auch ein, wenn im Dorf ein Arbeitseinsatz ansteht. In diesem Jahr beispielsweise soll die Küche im Dorfgemeinschaftshaus renoviert werden. Ein Großteil davon wird von Helfern in Eigenregie umgesetzt. „Da bin ich eher der Praktiker und kein Schwätzer“.

Bei der Restauration von Oldtimern müsse man sich zudem immer wieder in die Materie hineindenken, Unterlagen beschaffen und Pläne umsetzen. „Ich denke, da gibt es schon Parallelen zum Ortsvorsteher – auch hier muss man sich in die Themen hineindenken“, sagt Holaus.

Nach der Rückkehr hat sich der 36-Jährige im Jahr 2019 für den Ortsbeirat aufstellen lassen und wurde zum stellvertretenden Ortsvorsteher gewählt. Fünf Jahre lang konnte er dem derzeitigen Ortsvorsteher Kurt Dettweiler über die Schulter schauen. „Jetzt gilt es, selbst die Zügel in die Hand zu nehmen“, sagt Holaus.

Parteiübergreifend gebe es eine tolle Gemeinschaft im Dorf. Vor der Wahl gebe es zwar einen Konkurrenzkampf, dieser verschwinde danach allerdings direkt. „Ein guter Antrag ist ein guter Antrag, egal, von wem er ist“, erklärt der 36-Jährige. In den fünf Jahren im Ortsbeirat seien deshalb gemeinsam schon viele Themen angepackt und umgesetzt worden.

Schwierig sei es hingegen seit der Corona-Pandemie, Feste zu erhalten. „Die Auflagen werden mehr, die Helfer werden weniger, der organisatorische Aufwand ist groß“, sagt Holaus. Er engagiere sich auf den Festen regelmäßig. Auf der Kerwe sei er sogar mal als DJ eingesetzt worden.

Während manche Projekte, wie die geschwungenen Holzliegebänke, umgesetzt werden konnten, sieht Holaus die Entstehung eines Kneippbeckens als unrealistisch an. Zum einen seien die Baukosten hoch, zum anderen sei der Pflegeaufwand groß.

„Für mich ist es wichtig, die gute Arbeit von Kurt Dettweiler weiterzuführen“, sagt Holaus. Das will er auf zeitgemäße Art und Weise tun. Ein Fokus soll dabei auf den sozialen Medien und insbesondere der in die Jahre gekommenen Internetseite liegen. Digitalisierung steht ebenfalls auf der Agenda von Holaus. Der Mobilfunkempfang sei in Mittelbach-Hengstbach generell ein Problem. Im Dorfgemeinschaftshaus beispielsweise gebe es gar kein Netz. Hier setze sich der 36-Jährige für W-Lan ein, da dieses beispielsweise auch von Vereinen wie den Landfrauen oder dem FCK-Fanclub genutzt werden könne.

Ideen für die Zukunft von Mittelbach-Hengstbach hat Holaus viele: Die Schulsporthalle könnte für Veranstaltungen wie Kinderfasching genutzt werden oder eine Fotoausstellung im Dorfgemeinschaftshaus in Mittelbach, bei der alte und neue Bilder gegenübergestellt werden, könnte organisiert werden. In der Ortsmitte gibt es zudem einen Bach, der sich regelmäßig staut. Das müsse ebenfalls angegangen werden. „Dann gibt es noch ein paar Spinnereien“, sagt Holaus. Eine Mitfahrerbank beispielsweise. Einsetzen will er sich auch für gute Straßen und gegen Schwerlastverkehr im Ort.

Außer Holaus kandidiert in Mittelbach-Hengstbach Anne Bauer (SPD) um das Ortsvorsteher/in-Amt, ihr Porträt folgt im Laufe der nächsten Tage.

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