Seltenes Datum Ein Hochzeitstag, den man nicht vergisst

Zweibrücken · Am 22.2.22 wollten neun Paare in Zweibrücken den Bund der Ehe eingehen.

 Das Brautpaar Tino Umkauf und Jessica Knobel mit Töchterchen Lina genoss die Kutschfahrt im historischen Landauer.

Das Brautpaar Tino Umkauf und Jessica Knobel mit Töchterchen Lina genoss die Kutschfahrt im historischen Landauer.

Foto: Cordula von Waldow

Die Überraschung ist gelungen! Als das Brautpaar Jessica Knobel (36) und Tino Umkauf (44) mit Tochter Lina und seinen Familien Dienstag am späten Vormittag das Zweibrücker Standesamt verließ, staunte es nicht schlecht. Rosenkönigin Annika I. gratulierte persönlich und überreichte passend genau zwei Rosen. Denn die beiden Pirmasenser hatten sich ein magisches Datum für ihre Trauung ausgesucht: den 22.02.2022.

„Ich bin sprachlos“, staunte die Braut. Tochter Lina hingegen hatte nur Augen für die Zweispänner-Kutsche mit den beiden Rappen davor. Die Trauung hatte die Sechsjährige „ein bisschen langweilig“ gefunden, doch das wurde durch die Kutschfahrt mehr als ausgeglichen. Gerne hätte sie einmal die Leinen gehalten, begnügte sich jedoch damit, den beiden schweren Warmblutpferden Ferdinand und Leon behutsam über die Nüstern zu streicheln. Johannes Mayer und Beifahrerin Mirjam Glas vom Verein für Pferdefahrsport Westpfalz drehten mit dem Brautpaar im historischen Landauer des Landgestüts eine Runde um den Herzog- und den Schloßplatz. Töchterchen Lina winkte souverän und strahlend den Passanten zu. „In einer 200 Jahre alten Kutsche zu fahren ist schon etwas ganz Besonderes“, strahlte auch die Braut. „Und, dass uns die Rosenkönigin gratuliert hat.“

Die gebürtige Zweibrückerin war für diesen besonderen Tag gerne zu ihren Wurzeln zurück gekehrt, da das Zweibrücker Standesamt diesen Termin online angeboten hatte, während sich das Paar mit Pirmasens nicht sicher gewesen war. „Wir wollten unbedingt diesen Tag. Die Stadt der Rosen und Rosse, das hat einfach gepasst, zumal wir beide im Februar Geburtstag haben“, erklärte der Bräutigam. Nach dem überraschenden „großen Bahnhof“ am Rathaus wurde im kleinen Familienkreis zu Hause weiter gefeiert. Das große Fest müsse bis Sommer warten, bis „alles wieder auf ist“. Ebenso, wie die Flitterwochen verschoben werden auf eine Zeit, zu der Reisen wieder Spaß macht. Übrigens hätte Jessica Knobels Bruder Kevin das Brautpaar ebenfalls mit einer Kutschfahrt überraschen wollen, nach der Anfrage des Stadtmarketings jedoch gerne zurückgezogen. Schließlich wäre diese nicht im historischen Landauer des Landgestüts erfolgt.

Das Stadtmarketing hatte dabei nicht nur die Kutschfahrt und den Empfang durch die Rosenkönigin organisiert, sondern das Rathaus für alle neun Brautpaare des Tages mit einem Zahlen-Banner, einem üppigen Rosenbukett, einer Rosen-Türgirlande, Rosenblüten auf den Treppenstufen und einem Maskottchen-Brautpaar am Eingang dekoriert. „Dies ist ein ganz besonderer Tag“, betonte City-Managerin Petra Sticker. Bereits den 2.2.2022 hatten sich sechs Paare als ihren Hochzeitstag auserkoren. Stadtsprecher Jens John bestätigt: „An diesen beiden Tagen hatten wir so viele Hochzeiten, wie sonst in den beiden ersten Monaten zusammen.“