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545 Zweibrücker traten aus Kirchen aus

545 Zweibrücker traten aus Kirchen aus

Zweibrücken. "Wir werden weniger." Dekan Peter Butz (Fotos: pma) verweist zwar auch auf Wiedereintritte. Aber der im ganzen Land geltende Trend gehe auch nicht an Zweibrücken vorbei. Zum einen sei das eine Folge des Bevölkerungsrückgangs. Zum anderen der Kirchenaustritte

Zweibrücken. "Wir werden weniger." Dekan Peter Butz (Fotos: pma) verweist zwar auch auf Wiedereintritte. Aber der im ganzen Land geltende Trend gehe auch nicht an Zweibrücken vorbei. Zum einen sei das eine Folge des Bevölkerungsrückgangs. Zum anderen der Kirchenaustritte. In den vergangenen fünf Jahren sind im Durchschnitt jeweils 109 Menschen in Zweibrücken aus der Kirche - evangelisch und katholisch - ausgetreten. Im vergangenen Jahr waren es 111, 2008 sogar 149. "Die Menschen müssen ihre Gründe nicht nennen. Sie müssen sich nur im Standesamt abmelden", erklärt Butz. Deshalb sei eine genaue Analyse nicht möglich. Der Dekan vermutet "vielfältige" Ursachen. Zum Beispiel "die Entfremdung" der Menschen von der Kirche. Oder finanzielle Gründe. Dies stelle er bei den Wiedereintritten fest: "Die Menschen sagen mir dabei oft, dass sie deshalb ausgetreten sind." Der Rückgang der Mitglieder führe auch zu weniger Einnahmen für die Kirche. Zumal nur rund 30 Prozent der Gemeinde Kirchensteuer zahlen. Das seien die Menschen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. "Für diese Gruppe bietet die Kirche am wenigsten." Deshalb müsse die Kirche der Gruppe "Wertschätzung" entgegenbringen.Auch der katholische Zweibrücker Pfarrer Wolfgang Emanuel sieht unterschiedliche Gründe für die Austritte. Nach seinen Gesprächen macht er vor allem finanzielle Aspekte für den Entschluss der Menschen aus. Emanuel sieht keinen Zusammenhang zwischen den Austritten und den Missbrauchsfällen in kirchlichen Einrichtungen. "Die Zahlen sind in den letzten Jahren in etwa gleich." So traten im ersten Quartal 2010 in beiden Kirchen 40 Menschen aus. Bei den Katholiken waren es 18. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum 35 Kirchenaustritte. Bei den Katholiken waren es vor einem Jahr 16 Kirchenaustritte. Im März - als die Missbrauchs-Vorwürfe die Schlagzeilen beherrschten - gab es allerdings bei den Zweibrücker Katholiken einen auffällig starken Anstieg der Austritte. sf