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43-Jähriger nach SEK-Einsatz in psychiatrischer Klinik

43-Jähriger nach SEK-Einsatz in psychiatrischer Klinik

Der 43-Jährige, der am vergangenen Sonntag einen Großeinsatz der Polizei in Saarbrücken ausgelöst hatte, befindet sich inzwischen in einer psychiatrischen Klinik. Wie der Sprecher des saarländischen Polizeipräsidiums Georg Himbert gestern sagte, habe er sich freiwillig dorthin begeben. Der verletzte Mann hatte sich am Morgen in einem Saarbrücker Restaurant eingesperrt. Angehörige alarmierten die Polizei , die mit einem Spezialeinsatzkommando (SEK) anrückte, das die Tür aufbrach und den Mann schlafend im Keller vorfand (wir berichteten).

Die Hintergründe sind nach wie vor unklar. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, weil der Mann am Auge verletzt war. Wer ihm die Wunde zugefügt habe, sei noch unklar, da der 43-Jährige gestern nicht vernehmungsfähig gewesen sei, sagte Himbert. Dass das SEK eingesetzt wurde, begründete Himbert damit, dass unklar gewesen sei, ob der Mann bewaffnet war. In der Vergangenheit habe er "im familiären Umfeld" bereits jemanden mit einer Waffe bedroht, für die er keine Erlaubnis besaß, sagte Himbert. Seine Frau habe die Waffe nach dem Vorfall abgegeben. Gegen den 43-Jährigen werde deshalb auch wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt. Der Vorfall am vergangenen Sonntag hatte für großes Aufsehen gesorgt. Einige Medien hatten sogar per Livestream darüber berichtet. Ein Vorgehen, das die Polizei und gestern auch die Jusos Saar heftig kritisierten. Ein Livestream vom Einsatzort widerspreche den Vereinbarungen zwischen Presse und Polizei , sagte der Juso-Landesvorsitzende Philipp Weis. Durch den Druck einer immer schnelleren Live-Berichterstattung könnten Medien zudem Panik schüren oder zur Eskalation der Situation beitragen, warnte Weis. > Seite 2: Bericht