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25 Jahre Städtepartnerschaft Zweibrücken und Barrie

25-Jahre-Partnerschaft: Besuch in Kanada : Was Zweibrücken von Barrie lernen will

OB Wosnitza ist nach dem Jubiläums-Besuch beeindruckt von der Gewerbegebiete- und Hochschul-Politik der kanadischen Zweibrücker Partnerstadt. Mit der wurde zudem ein transatlantisches Musik-Projekt gestartet.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) hat im Stadtrat über den Jubiläums-Besuch (25 Jahre) der Zweibrücker Delegation in der kanadischen Partnerstadt. „Das ist unsere Partnerschaft, sie wurde 1997 von Oberbürgermeister Hans Otto Streuber gezeichnet.“

Wosnitza blickte aber nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Und machte dabei indirekt deutlich, dass der Delegations-Besuch (rund 40 Personen aus Politik, Verwaltung und vom Zweibrücker Deutsch-Kanadischen Club) nicht nur dem geselligen Austausch diente, auch wenn dieser natürlich zentrales Element lebendiger Partnerschaften ist. „Eindrucksvoll für mich war in Barrie die sehr enge Kooperation zwischen Unternehmen und Hochschule“, berichtete Wosnitza. Das könne auch für Zweibrücken Vorbild sein. Und: „Ende Oktober kommt eine Hochschul-Delegation nach Zweibrücken, um einen Austausch vor allem im Bereich Lehre und Internationalisierung zu prüfen.“

Und auch bei der Vorratshaltung von Gewerbeflächen sei Barrie vorbildlich – wobei Zweibrücken diesbezüglich ja auch schon Pläne habe (siehe Infobox). Barrie habe auch deshalb „eine beeindruckende Stadtentwicklung, in den 25 Jahren ist eine Einwohnerzahl in der Größe Zweibrückens hinzugekommen“.

Kulturell gibt es ein konkretes Kooperations-Projekt zwischen den beiden Partnerstädten, berichtete Wosnitza. Es sei „Parallel-Aufführung“ eines Stücks des Zweibrücker Komponisten Jakob Heinrich Lützel (1823-1899) geplant, auf das die Kanadier gestoßen waren und das mit Hilfe von Christine Brunner (Kulturamt Zweibrücken) in einem Münchener Archiv gefunden wurde. Bei dem Zweibrücker Delegationsbesuch wurde das „Schwarzenacker Walzer“-Finale bereits in der Westside Evangelical Lutheran Church von dem Pianisten Dan McCoy gespielt, auf www.youtube.com/watch?v=RzI4DVC0Gng ist ein Video davon zu finden (Lützel-Stück ab 1:23.40). In dem Münchener Archiv sei das Stück zum ersten Mal seit hundert Jahren angefragt worden, berichtete McCoy. Da es im Original unspielbar sei, habe man es modern arrangiert. Lützel hatte das Stück „den lebensfrohen Damen und Herren Zweibrückens“ gewidmet.

Nach hundert Jahren auf Initiative der Kanadier wiederentdeckt: ein Stück des Zweibrücker Komponisten Jakob Heinrich Lützel.
Nach hundert Jahren auf Initiative der Kanadier wiederentdeckt: ein Stück des Zweibrücker Komponisten Jakob Heinrich Lützel. Foto: Stadt Zweibrücken

In dem Video ist auch ein Auftritt der „Hofgassler“ zu sehen, deren Auftritt bei einem Oktoberfest in Barrie „extrem gut angekommen ist“ (wir berichteten ausführlich), wie Wosnitza im Stadtrat sagte.

Der Oberbürgermeister würdigte zudem die Partnerschaft mit Barrie. Es gebe „vielfältige Besuche“ hüben wie drüben, „nicht nur die Delegationsreisen, sondern auch individuelle“. Das Helmholtz-Gymnasium und die High School pflegten eine „sehr intensive Partnerschaft, gerade sind wieder Helmholtz-Schüler auf dem Weg“. Im Frühjahr war bereits eine Delegation aus Barrie in Zweibrücken, um das Jubiläum zu feiern (wir berichteten). Nachdem damals eine Partnerschafts-Bank im Zweibrücker Rosengarten „eingeweiht“ wurde, geschah Ähnliches nun mit in Barrie mit einer Bank neben einem Rosenbeet.

Der scheidende Bürgermeister von Barrie, komme bald zu einem Abschlussbesuch nach Zweibrücken, so Wosnitza. Jeff Lehman wolle sich dabei besonders über die Gewobau informieren, die für die Kanadier Vorbild sein könnte.

Auch nächstes Jahr gibt es ein Jubiläum zu feiern, kündigte Wosnitza an: 2023 ist es 70 Jahre her, dass die Kanadier den Flugplatz Zweibrücken in Dienst genommen haben. Davon profitiere Zweibrücken bis heute – in Form der von den Kanadiern gebauten Peter-Cunningham-Eishalle.