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2014 als Fundgrube für Kabarettisten

2014 als Fundgrube für Kabarettisten

Ob Uli Hoeneß, Angela Merkel oder die Flüchtlingspolitik - die vergangenen elf Monate geben reichlich Anlass zum Schmunzeln, Nachdenken oder aber auch zum Empören. So nahm die Kölner Kabarettisten Anny Hartmann kein Blatt vor den Mund.

Noch haben wir einen Monat vor uns. Beim Jahresrückblick der Kabarettistin Anny Hartmann fragten sich aber nicht wenige der Zuschauer im Wintergarten der Zweibrücker Festhalle - das alles ist 2014 schon passiert? Dabei benötigte die Kölnerin am Freitagabend in einem Rap nur zwei Minuten, um die wichtigsten Themen zu nennen. NSA-Skandal, Ukraine-Krise oder Fußball-WM beschäftigten die Deutschen in den letzten elf Monaten.

Besonders viel Fett bekam aber der frühere Bayern-Präsident Uli Hoeneß ab: "Bei ihm galt dann doch der Spruch - der Runde muss ins Eckige." Gar nicht hören kann die Rheinländerin die Verteidiger des Steuerhinterziehers, die argumentierten, dass dieser doch so viel Gutes getan habe: "Demnach hätte Gandhi reihenweise Banken überfallen dürfen." Hartmann erinnerte auch an die Aussage von Hoeneß während der Affaire um den Trainer Christoph Daum , wonach Verbrecher im Fußball nichts zu suchen hätten: "Dabei hatte der nur mit Kokain seine eigene Gesundheit gefährdet und nicht den Staat um 30 Millionen Euro geschädigt."

Die Kabarettistin führte mit reichlich Witz, Charme und Intelligenz durch das Jahr, das für sie mit dem Skiunfall von Bundeskanzlerin Angela Merkel begann: "Sie hatte sich das Becken gebrochen - Rückgrat hat sie ja keines."

Auch die Verteilung der Flüchtlinge auf die Bundesländer gebe Anlass zum Nachdenken. So seien 21 Prozent in Nordrhein-Westfalen aber nur drei Prozent in Thüringen aufgenommen worden: "Hier will man wohl die Rechtsradikalen schützen, die bei Kontakt mit Ausländern ihre Vorurteile überdenken müssten." Hartmann hat das Publikum mit Fragen immer wieder in das Programm eingebunden. Zur Belohnung gab es dann für richtige Antworten ein Stück Schokolade : "Solange Kakaobohnen an Sträuchern wachsen, ist Schokolade für mich Obst."