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14. März – ein schwieriges Datum

14. März – ein schwieriges Datum

Es war für viele ein Ende mit Schrecken, das Zweibrücken und ganz Deutschland vor genau 70 Jahren ereilte. Und das ist bekanntlich besser als ein Schrecken ohne Ende. Dennoch ist ein Gedenken an jenen schicksalsträchtigen 14. März 1945 nicht einfach, an dem die Alliierten Zweibrücken in Schutt und Asche legten.

Auch am 70. Jahrestag nicht, für den das Programm zum Gedenken diese Woche vorgestellt wurde. Inwieweit ist es in Ordnung, um die deutschen Zivilisten zu trauern, die damals in Zweibrücken - und in anderen Städten - den Tod fanden? Inwieweit darf das Bombardement der Alliierten kritisiert, gar verurteilt werden? Ich sage: Man darf trauern. Man darf auch Kritik üben - solange man diese Kritik historisch einordnet: Nicht Großbritannien, nicht die USA haben diesen Krieg begonnen, der zig Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Das waren die Deutschen. Sie haben als Erstes Gewalt angewendet - auch gegen unschuldige Zivilisten -, und damit Gegengewalt provoziert.

Dennoch: Wir dürfen die Debatte um die militärische Notwendigkeit und die moralische Grundlage der Luftangriffe - beides erscheint mir gerade in den letzten Kriegstagen sehr zweifelhaft - nicht länger den Rechten überlassen. Schon gar nicht den Neonazis vom sogenannten "Nationalen Widerstand".

Differenzierte Kritik ist der richtige Weg, eingebettet in einem historischen Kontext. Die Luftangriffe wurden ausgelöst von der deutschen Aggression - das macht sie aber noch lange nicht richtig. Doch egal wie man zu diesem Punkt steht: Der unbedingte Wille zur Versöhnung sollte im Vordergrund stehen!

Denn zu welchem unermesslichen Leid Zwietracht und Hass führen, zeigt exemplarisch das Projekt "Zwangsarbeiter in Zweibrücken ". Stadträtin Gertrud Schanne-Raab will dieses dunkle Kapitel mit einigen Mitstreitern aufarbeiten. Das ist ein wichtiges Vorhaben. Auch nach 70 Jahren darf es keinen Schlussstrich unter die NS-Zeit geben.