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14 Händler wollen das Gütesiegel

14 Händler wollen das Gütesiegel

Zweibrücken. Im Kampf um die sauer verdienten Euro der Bürger setzen Einzelhändler der Rosenstadt auf eine neue Strategie. Das Siegel "Generationenfreundliches Einkaufen" (siehe "Stichwort") soll künftig noch mehr Passanten in die Innenstadt locken. In den vergangenen Wochen diskutierten die Händler eifrig über das Für und Wider des Siegels

Zweibrücken. Im Kampf um die sauer verdienten Euro der Bürger setzen Einzelhändler der Rosenstadt auf eine neue Strategie. Das Siegel "Generationenfreundliches Einkaufen" (siehe "Stichwort") soll künftig noch mehr Passanten in die Innenstadt locken. In den vergangenen Wochen diskutierten die Händler eifrig über das Für und Wider des Siegels. Annette Hübschen (Foto: pma), Leiterin des Stadtmarketings und Mario Facco, Chef der Werbegemeinschaft, hatten bei Veranstaltungen für das Siegel getrommelt (wir berichteten). Wie ist der Stand der Dinge derzeit?"Aktuell haben 14 Händler erklärt, dass sie das Gütesiegel erwerben wollen", sagt Hübschen auf Anfrage unserer Zeitung. Sie ist mit dieser Ausbeute (siehe "Auf einen Blick") zufrieden. "Es könnten natürlich noch mehr sein, aber für den Anfang ist das in Ordnung", findet die Stadtmarketing-Leiterin.

Anfang nächsten Jahres kommt ein Prüfer des rheinland-pfälzischen Einzelhandelsverbandes nach Zweibrücken, um das Gütesiegel "Generationenfreundliches Einkaufen" zu vergeben. Händler, die sich mit diesem Siegel schmücken wollen, müssen eine Reihe von Prüfkriterien erfüllen. "Von großer Bedeutung ist das Thema ,Barrierefreiheit'", nennt Hübschen einen zentralen Punkt. Das bedeute, dass den Kunden "ein problemloser Zugang" zu dem betroffenen Geschäft gewährleistet werden müsse - etwa über Ebenerdigkeit, über eine Rampe. Auch werde bei mehrstöckigen Geschäften geprüft, ob ein Aufzug bereitstehe. "Barrierefreiheit" berücksichtige nicht nur die Belange von älteren, gebrechlichen Menschen. Auch für Mütter mit Kinderwagen sei das wichtig. "Daher prüft der Tester des Einzelhandelsverbandes auch, ob die Gänge zwischen den Regalen breit genug sind, damit auch ein Kinderwagen durchgeschoben werden kann", ergänzt Hübschen. Weiteres Prüfkriterium sei, ob die Preisetiketten an den Artikeln groß genug sind, damit auch schlecht sehende Kunden diese lesen können. Stichwort Sehschwäche: Auch "Farbkontraste", die hier Hilfe leisten sollen, werden geprüft. Hübschen nennt ein Beispiel: "Viele ältere Menschen können nicht mehr so gut Farben unterscheiden. An Stellen, an denen eine Stolpergefahr besteht, etwa bei Rolltreppen, Aufzügen und so weiter, ist es daher wichtig, dass es farbliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bauelementen gibt."

Bei den aktuell 14 teilnehmenden Händlern werde es wohl nicht bleiben, blickt die Stadtmarketing-Leiterin voraus. "Weitere Händler werden sicher folgen", ist sie optimistisch. Sie wolle übrigens auch die Gastronomen dazu motivieren, das Gütesiegel zu erwerben. Eine Träne im Knopfloch hat Hübschen aber: Das ursprünglich von Facco und ihr ausgegebene Ziel, dass die Stadt sich als Ganzes mit dem Prädikat "Generationenfreundliches Einkaufen" schmücken soll, werde fürs erste nicht erreicht. "Damit Zweibrücken als Stadt dieses Siegel erhält, müssten mindestens 70 Prozent der hier angesiedelten Händler, das wären zirka 70 Läden, teilnehmen. Davon sind wir leider noch zu weit entfernt", bedauert sie. "Weitere Händler werden sicher folgen."

Annette Hübschen

Stichwort

Das Gütesiegel "Generationenfreundliches Einkaufen" beruht auf einer Initiative des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hatte der Verband das Siegel Ende März vorgestellt. Es weist die Kunden darauf hin, dass der damit ausgezeichnete Händler die Belange der Kunden, über alle Generationen hinweg, in besonderer Weise berücksichtigt. Werbegemeinschafts-chef Mario Facco hatte Mitte September im Merkur erklärt, dass 90 Prozent der Zweibrücker Einzelhändler dieses Gütesiegel ohne größere Umbauten ihrer Läden erhalten könnten. Die Rosenstadt könne sich mit dieser Auszeichnung gegenüber anderen Städten profilieren und eine Vorreiterrolle spielen, zeigte sich Facco überzeugt. eck

Auf einen Blick

Schon kleine Dinge wie solche Lupen am Einkaufswagen erleichtern älteren Menschen das Einkaufen. Foto: dpa

Die 14 Händler, die ab Januar das Gütesiegel "Generationenfreundliches Einkaufen" erwerben wollen, sind laut Stadtmarketing-Leiterin Annette Hübschen: Edeka Aktivmarkt Ernst, Bettengalerie, Fotogeschäft Facco, Sport und Mode Franck, Elektrogeschäft Quoiffy, Reformhaus, Thalia, Bioladen, Radio Schwarz, City-Outlet, Sanitätshaus Speer, Optiker Seybold-Epting, Ratsapotheke, Gärtnerei der Justizvollzugsanstalt.eck