1. Pfälzischer Merkur

Zweibrücken: Noch nicht eröffnet – schon wütet der erste Vandale am Minigolf-Platz

Vandalismus : Noch nicht eröffnet – schon wütet der erste Vandale am Minigolf-Platz

Hans Prager vom DRK kann es nicht fassen: „Ich bin schockiert und fassungslos!“ Ab jetzt Videoüberwachung und Alarmsicherung.

Das hat – leider – nicht lange gedauert: Noch ehe der gerade komplett erneuerte Zweibrücker Minigolfplatz an diesem Samstag offiziell eröffnet wird, hat bereits ein Vandale dort gewütet. Das bestätigt Hans Prager, kommissarischer Geschäftsführer des DRK Südwestpfalz, das die Minigolf-Anlage betreibt, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Ich bin schockiert und fassungslos“, sagt Prager. Ihm fehlten die Worte. Der Täter hatte es laut Prager auf das neu gestrichene und herausgeputzte Kassenhäuschen an der Anlage abgesehen. Um sich Zugang zu verschaffen, trat er die Tür an der Rückseite des Häuschens auf – mit massiver Gewalt. „Der Täter trat so vehement gegen die Tür, dass das Türband herausgerissen wurde“, schildert Prager. Der Abdruck eines Turnschuhs sei noch an der Tür zu sehen.

Im Inneren des Kassenhäuschens fand der Vandale nicht etwa, wie vielleicht vermutet, dort gelagerte Goldbarren oder Bargeld in Hülle und Fülle – sondern lediglich ein paar Sechserträger Cola und Fanta, die das DRK ab Samstag den Minigolf-Kunden verkaufen wollte.

„Den Gesamtschaden schätze ich auf etwa 400 Euro“, sagt Prager.

Der Vorfall habe sich in der Nacht auf Donnerstag ereignet. „Am Mittwochabend haben wir noch auf dem Platz gegossen, damit das Gras wächst. Da war noch alles in Ordnung. Am Donnerstagmorgen, gegen neun Uhr, haben wir dann den Schaden bemerkt.“

Das DRK habe sofort die Polizei informiert, die habe den Fall unverzüglich aufgenommen. Große Hoffnung hat Prager allerdings nicht, dass der Täter gefasst wird.

Ab sofort wird die Minigolf-Anlage mit Videokameras überwacht und alarmgesichert, macht der DRK’ler deutlich. Das sei aber ohnehin geplant gewesen. „Nach den Vorfällen im Bahnhof war uns klar, dass das erforderlich ist“, erklärt Prager.

Zum Hintergrund: Im Bahnhofsgebäude betreibt das DRK seit Ende 2019 einen Kiosk, dieser wurde bereits mehrfach Opfer von Vandalen, wie auch das Innere des Gebäudes insgesamt. Die Gewobau als Eigentümer des Komplexes sah sich schließlich sogar genötigt, das Bahnhofsgebäude aus Sicherheitsgründen für 16 Tage rund um den Jahreswechsel zu schließen, seit kurz vor Weihnachten wird der Eingangsbereich und der Kiosk mit Kameras überwacht (wir berichteten mehrfach).

„Wir hatten im Bahnhof laufend Vandalismus“, blickt der DRK-Mitarbeiter zurück. Zuletzt sei es aber ruhiger geworden, wohl auch wegen der präventiven Maßnahmen.

Vandalismus sei derzeit leider schon ein Problem in der Rosenstadt, merkt Prager an: „Im Moment ist es ein bisschen extrem.“ Allerdings will er nicht zu stark klagen: Grundsätzlich gelte – mit Blick auf das, was in in anderen Städten zu beobachten sei – die Erkenntnis: „Wir leben in Zweibrücken auf einer Insel.“

Aber das ist natürlich in dem Moment, in dem ein neuer Fall von Vandalismus, Einbruch oder sonstigen Straftaten zutage tritt, nur ein schwacher Trost. Und folglich hat Prager auf Facebook, wo er am Donnerstagvormittag über den Vandalismus am Minigolf-Platz berichtete, viel Zuspruch erfahren.

Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) kommentierte den Vandalismus auf Facebook: „Toll gemacht: Aufgestanden und die ganze Energie aufgebracht, um das zu zerstören, was andere Menschen mit Leidenschaft und Motivation saniert und aufgebaut haben.“

Auch Patrick Lang, ehemals Betreiber der Minigolf-Anlage, kommentierte den Vorfall – und suchte nach Worten der Zuversicht: „In meiner zehnjährigen Minigolfzeit hatte ich fünf Einbrüche, einmal zwei Einbrüche innerhalb von 3dreiWochen. Vandalismus auf der Anlage selbst kam auch öfters vor, vor allem während des Stadtfestes. Wenn die Täter ermittelt wurden, waren es junge Menschen mit Drogenproblemen. Man darf sich nicht entmutigen lassen. ,Scherben’ aufkehren, reparieren und mit noch mehr Energie weitermachen.“