Zweibrücken/Pirmasens

Viel zu tun für ehrenamtliche Betreuer - Jahresbilanz 2009

Zweibrücken/Pirmasens. Für die fünf Betreuungsvereine in der Südwestpfalz waren im vergangenen Jahr 230 ehrenamtliche Kräfte tätig. Diese Zahl wurde jetzt bei der Vorstellung der Bilanz 2009 genannt. Nach Angaben von Hermann Schulze (Awo Pirmasens) wickelten die fünf Organisationen in der Region Südwestpfalz außerdem 1700 Beratungen, davon allein 885 zum Thema Vorsorgevollmacht, ab. In 69 Veranstaltungen hätten sich außerdem rund 1220 Teilnehmer informiert und weitergebildet. Nach Angaben von Schulze standen in der Region rund 2600 Menschen unter gesetzlicher Betreuung. Mit 70 Prozent sei der Großteil von Angehörigen betreut worden. Auf Vereins- und Berufsbetreuer sowie ehrenamtliche Kräfte entfalle ein Anteil von jeweils etwa 15 Prozent.Schulze und seine Kolleginnen und Kollegen Beate Weber (Caritas Pirmasens), Bodo Scheidhauer (Awo Zweibrücken), Stefan Karn (Sozialdienst katholischer Frauen und Männer) sowie Anja Ruf (Awo Südwestpfalz) appellierten an Betreuer, die Weiterbildungsangebote und Treffen zu nutzen, um bei ihrer Arbeit die notwendige Sicherheit zu erlangen. Das gelte auch für die familiären Betreuer. Denn selbst gut gemeinte Dinge könnten bei einem späteren Erbschaftsstreit bitter aufstoßen, hat Schulze beobachtet.

Die Angst vor einem gerichtlichen Betreuungsbeschluss sei in der Regel unbegründet, denn die nahen Angehörigen erhielten in der Regel den Vorzug vor fremden Kräften, betonte Bodo Scheidhauer vom Betreuungsverein der Zweibrücker Arbeiterwohlfahrt. Nur in besonders schwierigen Fällen wie schwere seelische Erkrankungen würden gleich hauptberufliche Kräfte eingesetzt. Ehrenamtliche Betreuer erhalten eine jährliche Aufwandspauschale von 323 Euro. Die Kritik dass mittlerweile zu viel Menschen unter Betreuung stünden, ließen die Gesprächsteilnehmer nicht gelten. Durch zu viel und aufwändige Bürokratie produziere der Gesetzgeber automatisch auch weiteren Betreuungsbedarf. In diesem Zusammenhang beklagte Beate Weber unter anderem die Flut von Hotlines, die vor allem ältere Menschen überforderten. Die Vereine gehen davon aus, dass der Bedarf an gesetzlicher Betreuung steigt. Als Gründe werden die Überalterung und die Zunahme schwerer seelischer Erkrankungen bei jungen Menschen genannt. pio

Auf einen Blick

Im Westen der Südwestpfalz gibt es nach Angaben der Arbeiterwohlfahrt zwei Betreuungsvereine, die nach eigenen Angaben eng zusammenarbeiten. Sie sind vom Land anerkannt und werden von Mainz, den Städten Zweibrücken und Pirmasens sowie dem Landkreis gefördert. Die Vereine haben die Aufgabe, ehrenamtliche Betreuer zu gewinnen. Wer sich für die Arbeit interessiert, kann sich direkt an die Betreuungsvereine wenden. Awo Zweibrücken, Telefon (0 63 32) 1 60 14 und und Awo Südwestpfalz, Telefon (0 63 31) 22 96 29. pio